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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 sei. Da betet er aber, daß der Gott, welcher der Schöpfer aller Menschen ist, mit ihm, dem Sünder, noch einmal eine Schöpfung vornehme» und ihm ein neues Herz schaffen möge. Wird er das in sich tragen, dann wird auch das Band zwischen Gott und ihm fest geknüpft sein, und dann wird ein neuer Bund zwischen dem heiligen Gott und dem Sünder aufgerichtet werden können, so wie es der Prophet Jercmia beschreibt. Aber den neuen Bund stiftet Gott mir durch den Davids-Sohn, welchen er dafür senden zu wollen verheißen hat, und dieser Sohn, nach welchem David selbst mit Verlangen ausschaute, ist Jesus Christus. So lange hatte der Mann ruhig und aufmerksam zugehört, aber jetzt wurde ihm die Sache gefährlich, und er verabschiedete sich schnell. 2. Das beste Rezept. Auf der Straße begegneten wir einem leidend aussehendcn Juden. Ich frug ihn, ob er krank sei? „Ja," antwortete derselbe, „schon lange." „Nun," fuhr ich fort, „ich kenne einen Arzt, der unfehlbar hilft", und sagte ihm dann hebräisch jenen Spruch, in dem Gott Israel anredet: Ich bin der HErr dein Arzt. Die hebräischen Worte und ihr Inhalt machten den Kranken vertraulicher, und so zog er denn das Rezept seines Arztes hervor, um mir dasselbe zu zeigen. Ich las es, erklärte ihm aber, daß Gott, sein Arzt, ein besseres Rezept geschrieben habe und das solle er nur gebrauchen, es sei der Tenach, das Alte Testament, in welchem den Kranken Heilung durch das Blut des Bundes versprochen wird. Aber das machte diesen Juden stutzig, er sah mich mit fragenden Blicken an und war plötzlich verschwunden. 3. Die Synagoge hat keinen gewissen Glanben. Weiler wandernd trafen wir einen Inden an, der sich uns q ls Landsmann vorstcllte; er wollte aber im Gespräche auf den Punkt der Religion nicht näher eingehen. Denn es gefiel ihm nicht, daß ich über die religiöse» Zustände der Juden in der Stadt ein ernstes Urtheil aussprach, und daß ich ihm erklärte, wir hätten in diesen Tagen Hierselbst unter dm Seinen eine große religiöse Zerfahrenheit gefunden. Aber ich ließ nicht ab, sondern fügte noch hinzu, daß ich es ähnlich wie hier fast überall unter den Inden 1*

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