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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 erzählen. Aber freilich wird das Bild, welches nun gezeichnet werden soll, der Vollständigkeit ermangeln; denn man wird in dem Vordergrund desselben zumeist die Person des Herausgebers dieses Blattes erblicken, und das bittet derselbe nicht falsch zu verstehen. Schreiber dieses bezeugt es ausdrücklich, daß er der viel geringere unter den beiden Evangelisten ist, und daß er in der Gemeinschaft mit dem Freunde vor Allem der empfangende Theil war. Viel gewaltiger als das Wortzeugniß dessen, der hier berichtet, drang das Lebenszengniß des theuren Mannes, welcher Leib und Leben, Weib und Kind für das Heil der Juden in Abessinien drangesetzt hat, an die Gewissen der Kinder Israels heran, zu denen wir uns diesmal wendeten, und dieser Eindruck wird gewiß auch der nachhaltigste bleiben. Aber Flad wollte, daß sein Freund mit dem Worte voranging, und so mag dies denn auch an dieser Stelle geschehen; man wird es nun ja recht verstehn. 1. Wer kann recht beten? Wir waren in österreichischen Landen und sahen sogleich an dem ersten Orte, wo wir einkehrten, viele Juden. Aber zunächst wollte es scheinen, als sollte uns der Zugang zu denselben verschlossen sein, denn das Kartenspiel hielt viele völlig gefangen — und dieselbe traurige Wahrnehmung machten wir in den verschiedensten Orten. So gingen wir denn zum Abendgebet in die Synagoge und hofften hier Verbindungen anknüpfen zu können' Das gelang denn auch, und aus der Synagoge begleiteten uns mehrere Juden. Mit einem derselben insbesondere traten wir in ein ernsteres Gespräch ein, und zwar bildeten die eben gehörten Gebete den Gegenstand desselben. Sie waren in entsetzlicher Eile hergeplappert worden, und ini Handumdrehen denn auch der Gottesdienst beendet. Das wurde nun dem Manne vorgehaltcn und ihm zu Gemüthe geführt, wie solche Gebete Gott unmöglich gefallen könnten. Aber wie die Sache anders machen? Das Gebet muß, wie es bei David der Fall war und wie jener es selbst nennt, ein Gespräch des Herzens mit Gott werden. Aber wie nun wieder ein Herz bekommen, das mit dem heiligen Gott auch in heiliger Weise redet? David selbst bekennt im 51. Psalm, daß sein natürliches Herz mit Gott recht zu verkehren außer Stande

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