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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 11-12 (1881) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
11-12 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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190 höchsten geistigen und natürlichen Güter darstellt. Der Zug in Deutschland geht jetzt dahin, es wenigstens nicht ein für alle Male dabei bleiben zu lassen, daß die Juden etwa nur dazu unter den Völkern leben, damit diese für sie alle einfache, schwere, harte, gefährliche und einen bescheidenen Gewinn bringende Arbeit thun, während die Juden selbst die höhere Stellung einnehmen und übcrdem bestrebt sind, im geistigen wie im materiellen Gebiete die Verhältnisse und Einrichtungen und die ganze Art der Nation, in deren Mitte sie leben, so zu gestalten, daß dieselben den jüdischen Wünschen, Zielen und Idealen entsprechen. Der Kampf wird auch weiter sortgehn, da unter der Judenschaft im Ganzen und Großen nicht die mindeste Neigung vorhanden ist, ein Leben zu erwählen, das von einem andern Geist und Sinne beherrscht wird. Der Anzeichen der sich steigernden Entfremdung zwischen beiden Thcilen giebt es auch viele; wir weisen jetzt nur auf ein einziges hin. Die Zahl der Mischehen zwischen Christen und Juden nimmt in Deutschland und Preußen stetig ab; und dies ist eben ein Beweis dafür, daß die eine Zeit lang stattgehabte Annäherung der beiden aneinander wieder zurückgeht. Es sind geschlossen worden Mischehen in Preußen 1875: 277 1876: 256 —1 1877: 219 < 0,1141 0,104 1878: 116 0 0,059 aller Ehen. 1879: 103 % 0,049 Der Versuch, Juden und Christen zu einem Volke zusammeuzuschmelzen, der doch sowohl von christlicher wie von jüdischer Seite mehrfach recht lebhaft befürwortet wurde, ist als gescheitert zu betrachten, und in stetig sich steigerndem Grade schließen sich beide Theile wieder gegen einander ab. Zeichen der Zeit nennen wir solche Erscheinungen und möchten von Herzen, daß sie von den Juden beachtet würden. Was hilft es, sich täuschen? Nicht die innere Eintracht, sondern der Zwiespalt wächst! Das Baud der Humanität verspricht nicht die Juden mit ihrer Umgebung zu vereinigen; und was vermögen Staatsgesetze auf die Dauer, welche dem Sinn und der ganzen inneren Richtung der Nation widerstreben? Die geschichtlichen Erfahrungen haben es je und je gelehrt, daß alle Einrichtungen und Gesetze, welche sich mit dem Geiste einer Nation in Zwiespalt befinden, zu seiner Zeit gewiß abgeschafft werden. Das moderne Staatswesen sollte den Juden über ihre Lage und Stellung Beruhigung geben; wir wollen ihnen aber an der Hand von Erfahrungen des thatsächlichen Lebens zeigen, daß ihnen hier keine Sicherheit erwachsen ist, und allgeniach auch das bereits

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