Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 11-12 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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189 aufweist, ruft er überall einen Krieg zwischen sich und der übrigen Bevölkerung hervor: er zwingt dieselbe geradeswegs zur Nothwehr. Das ist denn auch zunächst die Bedeutung der gegenwärtigen Bewegung gegen die Juden in Deutschland; es handelt sich hier darum, ob dem deutschen Volke für sein eigenes Geistesleben und für sein eigenes materielles Bestehen der Boden unter den Füßen hinweggezogen werden soll oder nicht. An allen den Stellen, wo das deutsche Volk seine wichtigsten Güter besitzt und aufweist, dieselben seien nun geistiger oder materieller Art, treten die Juden in den Vordergrund und wollen dieselben in ihre Hönde nehmen. Sie wollen Geld und Gut in die ihnen zusagenden Bahnen gelenkt sehn und wollen Staat, Gesetzgebung, Verwaltung, Schule, Unterricht, Rechtspflege, Wissenschaft, ja selbst die kirchlichen Verhältnisse nach ihren Anschauungen und Wünschen geregelt wissen. Noch durchgreifender als die römische Kirche verlangen sie alles in allen diesen Gebieten so gestaltet zu sehn, daß entweder sie selbst mit ihrem Geiste sich darin heimisch finden, oder dieselben ihnen doch nirgends ein Hinderniß für ihre Bestrebungen in den Weg legen, und haben stetig wachsende Schaaren der Ihrigen an allen den Stellen in das Volks- und Staatsleben eingeführt, von denen aus demselben die Bahnen gewiesen werden. Die Frage also ist, ob z. B. die deutsche Nation ein Volks¬ und Staats-, ein Geistes- und Gemeinschaftsleben noch länger führen soll, welches sich ihre eigene geistige und religiöse Art bewahrt, und welches auch ihre natürlichen Güter dem deutschen Volke erhält, oder ob die Deutschen, und freilich auch z. B. die Völker des Ostens, nur noch den Boden bilden sollen, auf dem die Juden für ihre Anschauungen, Bestrebungen und Ziele das Erntefeld gewinnen. Es soll entschieden werden, ob die Deutschen und ihr staatliches oder nationales Leben ' noch ei» Volks- und Staatswesen ihrer eigenthümlichen geistigen, religiösen und natürlichen Art bleiben oder ob sie nur noch Mittel zum Zwecke für die Juden sein sollen. Unter dem Namen der Humanität, Freiheit und des Fortschritts oder der Volksrechte hat man Volk und Staat in Gebilde von Menschenmassen umzuwandeln getrachtet, in denen ein Kampf um's Dasein gekämpft wird, und wo sich dann diejenigen, welche die größte Beute davontragen, durch Gesetze und allerlei Schutzmaßregeln gegen die Andern sicher zu stellen suchen. Die jetzige Bewegung in Deutschland, welche de» tiefen Zwiespalt zwischen den Juden und ihrer Umgebung hat zu Tage treten lassen, besitzt also eine große Tragweite, wenngleich dieselbe vielfach nicht richtig erkannt und vielfach auch der Kampf nicht mit den rechten Waffen geführt wird. Aber die Bedeutung desselben ist allerdings die, daß er ein Ringe» zweier Volksstämine um die