Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 11-12 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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187 Regel Personen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren. Im Hause wurden sie bisher zu Handwerkern, Schullehrern, Evangelisten und Geistlichen herangebildet, einzelne sind auch Schriftsteller oder Docenten geworden. Außerdem hat sich der Verein die Schriftenverbreitung augelegen sein lassen und hat Vorträge und Versammlungen veranstaltct; in Basel selbst werden monatliche Versammlungen abgehalten und außer Schriften verschiedener Art ein Blatt herausgegeben, welches jetzt den Namen „Der Freund Israels" führt und in sechs Heften des Jahres erscheint, aber nur dann bezogen werden kann, wenn man dem Kollekten - Verein zu Basel beitritt. An Sonntag - Abenden versammeln sich öfters auch die Freunde des Vereins zur gemeinsamen Erbauung und Stärkung für das Werk. Jetzt ist Agent und Proselytenvater des Vereins der sehr tüchtige Pfarrer vr. Heman in Basel, ein Sohn David Hemans. Seit 1845 ist ein Einnahmen- und Ausgaben-Verzeichniß des Vereins vorhanden. Erstere beliefen sich seit jenem Jahre auf 284000 Mark, im Jahresdurchschnitt also auf über 9000 Mark; das Jubiläumsjahr bot bisher die größte Einnahme. Unter der bewährten Leitung vr. Hemans dürfen wir auf weitere gesunde Entwickelung des Proselytenhauses hoffen. Von demselben sind bereits eine Reihe christlich und bürgerlich wohl bewährter Proselyten ausgegangen, und hat dasselbe den klarsten Beweis von dem Werthe einer recht betriebenen Judenmissionsthätigkeit abgelegt. Allerlei lehrreiche Zahlen. Ein ganz eigenthümliches Licht fällt aus die Zustände der preußischen Juden, wenn man die Wohnsitze und die Schulverhältnisse derselben in's Auge faßt. Besonders lehrreich sind hier die Zahlen aus Berlin. In der preußischen Hauptstadt ist etwa der 21. Bewohner ein Jude, im Staate dagegen erst der 72., sodaß die jüdische Bevölkerung Berlins um 340% zu groß ist. Die Zahl der jüdischen Kinder in Berliner Schulen beträgt in den Jahren 1877—1879 in Gemeinde- oder Volksschulen nur 326 Knaben unter 42 777. In diesen einfachen Schulen ist also erst der 131. Knabe ei» jüdischer statt des 21., d. h. also um 620 °/0 zu wenig derselben werden in den Gemeindeschulen gefunden. Ein ähnliches Verhältniß zeigen die Gemeinde-Mädchenschulen auf; hier befinden sich 582 jüdische Kinder unter überhaupt 49329, d. h. statt des 21. ist erst das 76. ein jüdisches oder um 350 °/0 zu wenig jüdische Mädchen besuchen die einfachen Schulen Berlins.