Mannheim
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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 11-12 (1881) · page 24

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Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
11-12 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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184 Committee der Londoner Inden-Mission die Erlaubniß ertheilte, daß sie sich mit den bereits im Missionshause der Crischona bei Basel befindlichen Falascha-Jünglingen vereinigten und dort ans Kosten der Gesellschaft ausgebildet würden. In jener Anstalt nun bewies sich Samani als ein so stiller, bescheidener und strebsamer Jüngling, daß er bald das Herz des Vorstehers und der Brüder gewann. Aber in Folge des harten Lebens in seiner Jugend und seiner schwächlichen Konstitution hatte er nicht Kraft genug, dem harten Winter der Schweiz hinreichend zu widerstehn. Die Luft der hochgelegenen Crischona besonders war für ihn zu rauh, obwohl auf ihn und seine Gefährten alle mögliche Rücksicht genommen und auch ihr Schlafzimmer geheizt wurde. Miss. Flad sah sich deshalb genöthigt, Samani für einen Winter zu sich nach Mannheim, wo er damals lebte, zu nehmen. Auch in Mannheim zog der Jüngling Vieler Aufmerksamkeit aus sich, und fand er daselbst manchen lieben Freund und Gönner. Kaufmann S. besonders war ihm sehr zugethan, und dessen Kinder hingen an ihm auf's Rührendste. Samani aber hatte auch die werthe Familie, von welcher er noch hernach jährlich eine Summe Geldes zur Erhaltung seiner Schule in Asseso erhielt, tief in's Herz geschlossen, und bis an sein Lebensende hat er ihrer mit größter Dankbarkeit gedacht. Mehrere Monate brachte übrigens Samani auch im gastlichen Hause des Dr. Krapf in Kvrnthal zu, den er in seiner Revision der amharischen Bibel unterstützte, und wurde hier auf's Treuste gepflegt. Sein Bruder Sanbatu kränkelte gleichfalls auf Crischona fortwährend, dessen Augen zumal waren stets angegriffen; Samani's Gesundheitszustand aber gestaltete sich derartig, daß der Arzt erklärte, ein fernerer Winter in Europa werde für ihn lebensgefährlich werden. In Folge dessen bat Missionar Flad 1873, die abessinischen Jünglinge in ihre Heimath zurückbringen zu dürfen, und erhielt hierzu auch die Erlaubniß von London. Der Abschied von den Freunden in der Crischona, Baden, Würtemberg und der Schweiz wurde den Jünglingen ungemein schwer, und ihre liebsten Erinnerungen blieb die unter jenen verlebte Zeit. Aber die wohlthätigen Folgen des Ortswechsels zeigten sich sehr bald. Je mehr man sich Afrika näherte, desto wvhler fühlte sich Samani, und während der Seereise zumal äußerte er oft, wenn Andern die tropische Hitze unerträglich erschien, daß ein neues Behagen über seine Glieder käme; die 29 tägige Kameelsreise durch die Wüste aber bestand er nicht nur ohne Schwierigkeiten, sondern war auch während derselben so munter, daß er es sich angelegen sein ließ, für die Reisegesellschaft des öfteren Wild zu schießen.

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