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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 11-12 (1881) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
11-12 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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183 In dieser Schule blieben dann die Jünglinge, bis die Missionare in Gefangenschaft gcriethen; da löste sich jene auf, und Samyni trat nun in die Schule als Lehrer ein, welche der nicht gefangene Miss. Waldmcier für abessinische und Galla-Kinder erhielt. Dort verweilte er, bis die englische Expedition nach Abessinien kam; in dieser Zeit verschwand er und Petrus plötzlich, und Niemand wußte wohin; spater erst wurde es bekannt, daß er nach Massua an die Küste gegangen war, um dort in englischen Dienst zu treten. Ehe aber die englische Armee ankam, lebten beide zu Massua in großer Armuth. Damals lernte dieselben der jüdische Gelehrte Halevi kennen, welcher auf dem Wege nach Abessinien war, über dessen schwarze Juden er Nachrichten einziehen wollte. Dieser hörte, daß die tüchtigen, in der Stadt anwesenden Falascha-Jünglinge Christen geworden seien, und wollte sie von ihrem Glauben wieder abtrünnig machen. Er erklärte ihnen also, daß, wenn sie wie die europäischen Juden gelehrt wären, sie auf die Missionare nicht gehört hätten; doch sei er bereit, sie mit sich nach Paris zu nehmen und dort unterrichten zu lassen. Später sollten sie dann, von der israelitischen Alliance mit reichen Geldmitteln versehn, wieder nach Abessinien zurückkehren und hier der Mission entgegenwirken. Halevi gab ihnen auch sogleich etwas Geld, damit sie sich kleiden und ein Abendessen verschaffen könnten. In ihre Hütte zurückgekehrt dachten sie nun aber über das nach, was ihnen Halevi gesagt hatte, und jetzt erst kam es ihnen zum Bewußtsein, daß er sie ja von dem Glauben an ihren Heiland hatte abwendig machen wollen. Ohne etwas von dem Gelde verausgabt zu haben, begaben sie sich deshalb am andern Morgen zu Halevi und frugen ihn: „Ist es wirklich Ihre Absicht, uns wieder zu Juden zu machen?" Halevi bejahte dies. Darauf erklärten sie, ihren Heiland, der ihnen lieb und theuer geworden sei, würden sie um alle Schätze der Welt nicht verkaufen; und Halevis gestern erhaltenes Geld wollten sie deshalb auch nicht haben, sondern hier sei es. Da dieser aber die Annahme verweigerte, riefen sie aus: „Lieber soll es der Grund des Meeres verschlingen, als daß wir von solchem Gelde uns Nahrung und Kleidung verschaffen wollten; eher sterben wir Hunger, als daß wir den verleugnen, der uns mit seinem Blute erkauft hat" — und damit warfen sie vor den Augen des jüdischen Gelehrten das Geld in das Meer hinein. Später begleiteten sie die englische Expedition nach Magdala. Nach Beendigung derselben schrieben sie an den soeben aus der Gefangenschaft befreiten Missionar Flad von Massua aus, er solle ihnen dazu verhelfen, daß sie in eine europäische Schule kämen und daselbst für den Missionsdienst in Abessinien vorbereitet würden. Eine fromme englische Dame, welche durch Miss. Flad hiervon erfuhr, gab denn auch hierzu das Reisegeld, während die

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