Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 11-12 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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182 auch anderen Falaschaf- Jünglingen seine Fragen mittheilte. Mit dreien derselben las er an jedem Sonnabend die Bibel, und nach fleißigem Forschen meldete er sich dann, sammt diesen Gefährten, bei Missionar Flad zum Taufuntericht. Das erfuhren die Verwandten natürlich bald, aber einen eigentlichen Riß brachte es wenigstens in der Familie Samanis, der ja die Seinen ernähren half, nicht hervor. Die Mutter desselben kam zu Missionar Flad und jammerte ihm unter Thränen vor, daß, wenn der Sohn getauft würde, ihre Existenz gefährdet sein werde. Sie wolle ihn ja nicht zurückhalten, wenn er etwas Besseres erkannt habe, aber ihre Lage fordere doch auch Berücksichtigung, und so solle denn der Sohn von seinem Vorhaben zurücktreten. Das konnte nun Samani gewissenshalber nicht thun, aber er erklärte seiner Mutter, daß, wenn auch sie sich taufen lassen wolle, er sie desto mehr lieben und er allen seinen Verdienst ihr geben werde. Seine Freunde dagegen hatten zunächst bittere Erfahrungen durchzumachen; sie durften in ihre elterlichen Häuser nicht mehr zurückkehren, und einer derselben wurde sogar einen Tag vor seiner Taufe mißhandelt, sodaß Missionar Flad genöthigt war, den Jünglingen auf der Missionsstation in seinem Hause ein Obdach zu bieten. Samani errichtete sich indessen neben dem Schulhause, in welchem Missionar Flad ihn, Aragawi und zwei andere Jünglinge unterrichtete, um sie zu Lehrern herauzubildcn, eine Werkstatt, in der er seine freien Stunden mit Weben zubrachte, um etwas für die Seinigen zu erwerben. Von seinem Mittag- und Abendbrote legte er stets etwas auf die Seite und brachte es dann seinen Geschwistern, die gerade damals Noth litten. Das rührte denn auch dieselben, und zwei seiner jüngeren Brüder, unter ihnen Sanbatu, meldeten sich alsdann selbst zur Aufnahme in die Missionsschule, in der Samani sorgsam über ihren Fortschritten wachte. Samani und seinen Freunden war es indeß mit ihrem Christwerden Ernst. Oft hörte sie Missionar Flad des Nachts, während alle andern schliefen, im Schulhause mit einander bejxn, und sie thaten dieses Gebet knieend, Gott um die Bekehrung ihrer noch ungläubigen Brüder anrufen und ihm danken, daß er ihnen die Missionare gesandt habe, denen er für ihr großes und gutes Werk Segen in Zeit und Ewigkeit geben wolle.