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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 11-12 (1881) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
11-12 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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180 gelassen werden solle, und daß eben deshalb der Knabe trotz der gegenwärtigen Entscheidung nicht etwa gezwungen werden würde, nun auch ein Christ zu werden. Wenn er 15 Jahre alt geworden wäre, solle es ihm freigcstcllt werden, ob er bei den Christen bleiben oder zu den Juden zurückkehren wolle; die Taufe wurde also bis auf jenen Zeitpunkt verschoben. Die Eltern des Knaben, welche den entschiedenen Willen desselben, ein Christ zu werden, erkannt hatten, gaben alle Hoffnung auf, denselben wieder einmal zurückkehren zu sehen, und verzogen deshalb an einen andern Ort. Zwei Jahre später erschienen dieselben jedoch plötzlich wieder in Kopenhagen und meldeten sich bei dem Proselyten, dem sie ihre Bitte vortrugen, auch selbst in die christliche Kirche ausgenommen zu werden. Die Sache kam diesem Proselyten verdächtig vor, und er trug sie deshalb einem ernsten Geistlichen vor. Beide kamen dann überein, daß man die Leute prüfen müsse. Der Wunsch dieser jüdischen Eltern, das Christenthum anzunehmen, wurde also gehörigen Orts vorgetragen, und hierauf, damit man von vorn herein wüßte, ob es den Genannten ein Ernst mit ihrer Bitte sei, denselben der Bescheid ertheilt: man werde sie annehmen, wenn sie sich entschlössen, ihr anderes vierjähriges Kind mit dem älteren Sohne gemeinsam erziehen zu lassen und es zu diesem Zweck von sich zu geben. Diese Forderung kam den Eltern ganz unerwartet, und die Mutter weigerte sich anfangs, auf dieselbe einzugehn; nach vier Wochen erschien sie jedoch mit ihrem zweiten Kinde und übergab dasselbe dem Geistlichen, welcher ihr jenen Bescheid ertheilt hatte. Als der König hiervon hörte, war er ungemein erfreut und rief aus: „So habe ich doch wohl daran gethan, daß ich jenes Kind behalten habe; ich mußte damals der dritte Professor sein, damit den andern beiden, die es widerriethen, das Gleichgewicht gehalten würde. Gott sei Lob und Dank; das ist gut, wenn die Kinder die Eltern zu Gott führen!" Ehe die Eltern getauft wurden, erkrankte die Mutter ernstlich; sie fürchtete zu sterben, und jetzt war es ihr ein schwerer Gedanke, nicht als Christin von hinnen gehn zu sollen; sie sandte eiligst zum Geistlichen und ließ um die Nothtaufe bitten, die ihr denn auch gewährt wurde. Sie genas aber noch einmal und hatte die Freude, daß recht bald nach ihrer Taufe nun auch ihr Mann mit den beiden Kindern getauft wurde. Ja, noch mehr. Die Mutter,

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