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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 11-12 (1881) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
11-12 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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170 sie meinten, daß wir Zauberei trieben, sodaß sie sich taufen lassen müßten, und die Priester sprachen den Bann ans. Aber die Falascha sagten zn ihnen: „Ihr müßt mit diesen Leuten in Liebe disputircn und die Wahrheit offenbaren. Ihr seid ja Bürgen vor Gott für unsere Seelen, und wir setzen alle Hoffnung auf euch, daß ihr unsere Seelen retten werdet." Endlich kamen Priester und Debtera, und wir zeigten ihnen viele Stellen, sie hörten denn auch gerne zu. Ein Falascha erzählte mir von Debtera Ncguse, welchen ich vor vier Jahren bei Herrn Lundahl kennen gelernt habe, daß er hier drei Jahre lang unter den Christen missionirt und einen guten Einfluß ausgeübt hätte. Ich wollte ihn besuchen, aber er ist vor kurzer Zeit nach Godscham abgereist. Ein junger Falascha-Debtera, Namens Rüben, kam Abends zu uns und brachte Dagusabrod; wir nahmen cs dankbar an und zeigten ihm dann, daß er mit seinem Glauben auf dem Unrechten Wege sei. lieber seine trefflichen Antworten und Klugheit mußte ich staunen; er ist nicht ferne vom Reiche Gottes. Ich erzählte ihm Vieles von Europa. Er staunte sehr und rief voll Verwunderung aus: „Gott Israels, wie groß bist Du!" Dann brachte er seine Harfe und spielte einige Psalmen (85 und 115) und Gedichte; cs war mir sehr interessant, ihn anzuhören. Wir besuchten noch vier Tage lang die Falaschadörscr, die westlicher lagen, und verbreiteten Bücher und verkündigten unter ihnen die frohe Botschaft des Evangeliums. Bei unserer Rückreise fanden uns Räuber, aber sie thaten uns nichts Böses, denn der HErr war bei uns; Er, der Allmächtige, unser Führer und Leiter, bestätigte seine Verheißung: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis au der Welt Ende!" Missionar Manitius und der Rabbiner 1737. Die Hallesche Mission des Professor Callenberg hat seit dem Jahre 1730 Missionare ausgesandt, unter denen mehrere die höchste Anerkennung verdienen. Dies gilt ganz besonders für Missionar Manitius, welcher mit Magister Widmann vereint den Anfang mit jenen Reisen machte, auf welchen die Halleschen Sendboten die Juden allenthalben aufsuchten. Zur Kennzeichnung des Mannes, dessen Bild als Missionar wir noch einmal zu zeichnen

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