Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 11-12 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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171 hoffe», sei hier ein Gespräch mitgetheilt, welches derselbe im Jahre 1737 mit einem Rabbiner hatte. Berichtet wird dasselbe i»i vierten Stück der Callenbergschen Relationen S. 179 fl. Manitius erzählt: „Ich besuchte den Rabbi R. und wiederholte meine neuliche Frage, ob jetzt unter dem jüdischen Volke ein recht weiser Mann sei? Da ich aber wieder keine Antwort bekam, sagte ich: „Ich halte den für den weisesten unter den Juden, der mit Daniel vor Gott tritt, sein und seines ganzen Volkes Sünde und seiner Väter Missethat bekennet und dcmüthig mit Fasten und Thränen abbittct und Gnade sucht. Es ist auch sehr nöthig, daß man solches allenthalben dein Volk sagt und eö dazu ermahnt. Derjenige aber, dem es zukommt, daß er das Volk öffentlich lehrt, hat sonderlich Ursach, sie darüber anzureden, daß sie, Gott zur Schande und allen Völkern zum Aergcrniß, 1700 Jahre sitzen und keine Buße thun. Ich habe davon gehört, daß Ihr hier in der Synagoge eine Predigt davon gehalten, ob die Auferstehung der Tobten 40 Jahre vor oder soviele Jahre nach der Ankunft des Messias geschehen werde. Und Ihr habt aus dem Talmud beweisen wollen, daß sie 40 Jahre nach der Ankunft des Messias zu erwarten sei. Was wird cs aber den hiesigen verkehrten und gottlosen Juden helfen, wenn sie das wissen? Gewiß, das hat mich recht betrübt, denn ich habe von Euch geglaubt, Ihr würdet sie zur Buße ermahnen. Sagt mir, ist wohl einer unter ihnen, der Buße zu thun begehrt? Kein einziger! Es ist ein großes Elend. Wenn ich bedenke, was der Herr, unser Gott, der Gott Israels, von Euch fordert Hesekiel 3, 17.18: Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel; du sollst aus meinem Munde das Wort hören und sie von meinetwegen warnen. Wenn ich dem Gottlosen sage: du mußt des Todes sterben, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, damit sich der Gottlose vor seinem gottlosen Wesen hüte, auf daß er lebendig bleibe: so wird der Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern — so weiß ich nicht, wie Ihr einmal vor Gott bestehen wollt, wenn ihr den Gottlosen wegen seiner Sünde nicht straft!" Der Rabbi antwortete: „Ja, was hilft es, sie kehren sich nicht daran, wenn man gleich straft."