Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 11-12 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 durch Fcimilienriicksichten abgehalten werden, sich dem Kreise der andern anzuschließen. In einem Brief aus Tiflis vom 22. Februar 1881 aber heißt cs: „In Hamadan sucht der Same Abrahams Christum, in den Dörfern um die Stadt zeigt sich eine mächtige Bewegung; in Transkaukasien gibt es nicht wenige Juden, welche der Wahrheit nackforschen und sie gern hören. Kann denn nicht ein Arbeiter , gesandt werden, der diese Seelen sammelt?" So appellirte man an die Londoner Gesellschaft, und dieselbe konnte den dringenden Bitten nicht widerstehen. Am 25. Juli sandte sie ihren trefflichen Missionar I. Lotka, bisher in Lemberg, nach Persien. Derselbe, selbst Proselyt, hat seine Frau und sechs Kinder getrost und opferbereit in Europa gelassen, und sich für eine zwei- oder dreijährige Missionsarbeit in Persien, denn eine solche hat man zunächst in's Auge gefaßt, zur Verfügung gestellt. Uebrigens unterscheiden sich die persischen Juden von denen vieler anderen Länder in manchen Beziehungen. Sie sprechen die Landessprache, und nicht wie die Polens, Rußlands und Rumäniens Deutsch, oder wie die der Türkei Spanisch. Ihr Haß gegen das Christenthum ist bei weitem nicht so groß wie im Allgemeinen der in der Christenheit selbst wohnenden Juden. Sehr viele unter ihnen sprechen fließend Hebräisch, wenn auch kein klassisches, sodaß hebräische Neue Testamente und Traktate unter ihnen wohl angewandt werden können; ihre Wohnsitze aber haben sie nicht im ganzen Lande, sondern nur in bestimmten Gegenden. Möge der Herr nun dem theuren Missionar Lotka selbst die Wege bahnen, daß er bald unter seinen Brüdern Eingang finde, und das verheißungsvolle Werk einen fröhlichen Fortgang nehme! Eine Missionsreise in Abessinien. (Schluß.) Das letzte Mal war erzählt worden, wie ein einheimischer christlicher Gelehrter die Missionare um Schreibmaterial bat, das er zur Herstellung von Amuleten gebrauchen wollte. Die Missionare zeigten ihm, daß dies Zauberei treiben heiße. Als er dies hörte, erschrak er, und eö flössen Thränen aus den schwarzen Augen. Er wurde tief gebeugt und sagte: „Ich