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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 11-12 (1881) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
11-12 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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166 ließ die Angeklagten vor sich kommen und strafte statt ihrer ihre Verkläger. Leider wurde er aber bald darauf durch einen Beamten ganz andern Schlages ersetzt. Dreimal mußte Jair vor dem neuen Gouverneur erscheinen und jedesmal ein Strafgeld zahlen, einmal wurde er auf der Straße durchgeprügelt und endlich auf Befehl des Gouverneurs der Bastonade unterworfen, wobei der Unmensch rief: „Schlagt ihn so lange, bis ihm seine Füße abfallen!" Glücklicherweise war der, welcher die Strafe auszuführen hatte, ein Freund der Christen, sodaß die Exekution nicht ganz so grausam ausfiel. Als man ihn aber schlagen wollte, rief er aus: „Wenn ihr meint, daß eure Schläge mich bewegen werden, Jcsum zu verleugnen, so irrt ihr; und wenn ihr mir das Haupt abschlagt, so will ich ihn doch mit meinem letzten Athemzuge bekennen." Nach der Bastonade wurde er für zwei Tage in den Kerker geworfen. Dazu kam ein Erlaß des muhammedanischen Oberpriesters, welcher, von den Juden hierzu bewogen, dem Jair befahl, seiuen Kaufladen zu schließen. Nur der Vermittelung des armenischen Pastors hatte es der Arme zu danken, daß dieser Befehl nicht zur Ausführung kam. Ueberhaupt hat sich dieser Geistliche in der ganzen Angelegenheit der Bedrängten auf's Eifrigste angenommen. Der britische Consularbeamte und der persische Gouverneur stehen ganz auf jüdischer Seite. Sie haben jetzt den Bekehrten befohlen, ihre Häuser zu verkaufen und in einen andern Stadttheil übcrzusiedeln, und ihnen zugleich verboten, in jüdischen Läden Fleisch zu kaufen oder ein öffentliches Bad zu besuchen. Chajim und seine Freunde haben mehrere Besprechungen mit muhammedanischen Mollahs gehabt und dabei ihre Sache tapfer vertheidigt. Ich bin der Ansicht, daß diese Bewegung, wenn sie weiter gepflegt wird, ein wichtiges und mächtiges Zeugniß an die Muhammedaner werden und der Mission unter denselben die Thore öffnen kann. An dem heiligen Abendmahl, dem ich in der protestantischen Kirche beiwohnte, nahmen auch Chajim, Aga Jan, Moses und Jair theil. Bisjetzt sind es 40 Männer und 15 Frauen, welche an Jesum glauben; 5 derselben sind getauft und 4 wohnen regelmäßig dem protestantischen Gottesdienste bei. Aber außer diesen 55 giebt es noch viele, die im Stillen glauben und zunächst nur

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