Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 9-10 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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147 Ich wünsche Ihnen eine gute Reise, viel Erfolg in Ihrem Werke und daß Sie viele heilige Schriften unter meinem Volke verbreiten mögen." „Zwei junge Jüdinnen", erzählt Pred. Klee von seiner Reise in der Provinz Preußen, „kamen zu mir unmittelbar nach der von mir gehaltenen Missionspredigt in das Gasthaus, von ihren Eltern gesandt, und sprachen die Bitte ans, ihnen ein Neues Testament zu schenken und sic im Christenthum zu unterrichten, da sie sich zu demselben bekennen wollten. Nach weiterer Bekanntschaft mit ihnen hatten wir keine Ursach, an ihrer Aufrichtigkeit zu zweifeln. Da wir aber hörten, daß eine Tante von ihnen in Berlin lebe, und dieselbe, die bereits getauft ist, sic aufgefordert habe, nach Berlin zu ihr zu kommen und dort Christum kennen zu lernen, riechen wir ihnen, diesem Vorschlag zu folgen, und die Eltern willigten ein." Ans dem Wege von Königsberg nach Elbing traf Missionar Skolkowski drei Juden im Wagen, von denen der eine im Laufe des Gespräches bekannte: „So oft ich das Neue Testament lese, gcräth mein Kopf in Streit mit meinem Herzen; der eine stimmt fast alle dem bei, was darin geschrieben steht, das andere weist es ab, obwohl manchmal mit Widerstreben, und dies nur aus alten Vorurtheilen, die ich bisher vergeblich zu überwinden gesucht habe." Als aber die anderen ihn für dieses Geständniß tadelten, stritt er mit ihnen und blieb dabei bestehn, daß „da die Zeitgenossen Jesu nicht im Stande waren, seine Lehren zu widerlegen, und Jesus es selbst bewies, daß seine Wunder wirkliche Wunder waren, wir sagen müssen, daß unsere Vorfahren mit seiner Kreuzigung und Verwerfung ein entsetzliches Verbrechen begingen, und wir ihrem Beispiele nicht folgen dürfen." Pred. Lotka, der durch Fanatiker auf seiner letzten Missionsreise in Galizien so viele Störung in seinem Werke erlitt, berichtet doch anderseits, daß viele der dortigen Juden eifrigst nach dem Besitze eines Neuen Testaments getrachtet hätten; sie wollten oft darauf bestehn, die Exemplare zu bezahlen, aber der Missionar durfte das nicht annehmeu, da er nur die obrigkeitliche Erlaubniß zur Vertheilung von Büchern ohne Bezahlung hat. Im türkischen Zambaly gewährten die bulgarischen Protestanten dem Pred. Newman ihre Kirche für eine Predigt an die 10*