Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 9-10 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 die treffliche Wittwe des Prcd. Burtchaell, die durch ihre Verbindung mit zahlreichen jüdischen Frauen hinreichenden Einblick in das jüdische Leben zu Rom gethan hat: „Sie sind in schmerzlicher Weise gegen Religion gleichgiltig und alle ihre Gedanken mit Gelderwerben beschäftigt". Nicht besser aber als aus den christlichen Ländern, in denen Juden wohnen, lauten die Berichte über dieselben in inuhammedanischen Gegenden. Pred. Newman in Constantinopel klagt- „Es ist eine traurige Thatsache, daß hier der Unglaube unter den Juden wächst. Die französische Sprache, welche die israelitische Allianz eingeführt hat, bringt mit sich zugleich die Leugnung aller religiösen Wahrheit." . Pred. Eppstein im kleinasiatischcn Smyrna bezeugt: „Während der Aberglaube Tausende schlägt, schlägt der Unglaube Zehntausende. Die Gebildeteren und Reicheren lachen und spotten offen über jede Religion, sie glauben weder an Mosen, noch an die Propheten, noch an den Schöpfer selbst." Ein junger Mann erklärte jüngst demselben Missionar: „Die beste Bibel, an die ich glaube, ist Voltaire; ich kann und will nicht an Gott und also auch nicht an Unsterblichkeit und ein zukünftiges Leben glauben." Auf der-andern Seite richtet Aberglaube viel Unheil au. Zauberei und Hexerei' werden viel geübt und' finden weithin Glauben, so daß diejenigen, welche solches treiben, damit ein einträgliches Geschäft ausüben. Eines Tages ging der Missionar mit einem befreundeten Arzt in das Judenquartier und wurde in ein Haus gerufen, um nach einem armen Mädchen zu sehen, das in Krämpfen lag; er verschrieb also derselben eine Arznei. Am nächsten Tage begegnete er einem der jungen Leute, die ihn zu dem Mädchen gerufen hatten, und frug denselben natürlich, wie es dem Mädchen ginge. „O, sagte derselbe, viel besser; das war nicht ein Fall für einen Arzt, denn sie befand sich in der Gewalt böser Geister; da faßte ein Derwisch ihre rechte große Zehe an, gab ihr etwas Wasser zu trinken und einen von ihm geschriebenen Zauber, und natürlich befindet sie sich jetzt besser." Ein sehr reicher Jude wurde plötzlich krank; er sandte sogleich nach Bechor Levi, der ihm für die Wahl eines Arztes Anleitung geben sollte. So unbedingt war das Vertrauen, daß ohne seinen Rath keine Medizin und Nahrung genommen und kein Zimmer gewählt wurde. Opfer wurden an verschiedenen Straßenecken und