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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 9-10 (1881) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
9-10 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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133 hatte der Kolporteur auf seinen Reisen, wenn er Juden die heil. Schrift anbot, Worte, wie diese, zu hören: „Ach, die Bibel ist ein überlebtes Buch." „Sie ist jetzt ganz außer der Mode." „Bringen Sie uns etwas Amüsanteres und Interessanteres." „Wir haben keine Zeit, uns mit Religion zu beschäftigen, das mögen die Gelehrten thun." Pred. Bachert in Hamburg schreibt: „Man kann nicht leugnen, daß Vernunft und Unglaube, die sich oft mit den Klügeleien der modernen Philosophie verbinden, in entsetzlicher Weise wachsen und viele Juden dahin bringen, sich zu rühmen, daß ihr Glaube darin besteht, nichts zu glauben." Pred. Hartmann faßt nach einer Missionsreise in Ungarn seine Erfahrungen dahin zusammen: „Unglaube, Geldliebe, ein Jagen nach Ehren und höheren Stellungen in der Gesellschaft, und als Folge dessen ein immer größeres Vergessen Gottes, Erhebung der Humanität, menschliche Selbstgerechtigkcit und die Meinung, daß sich der Mensch den Himmel durch eigene Kraft erwerben kann, das war es, was Ihr Missionar unter den Juden fand." Dem Miss. Rosenstrauch in Köln und Deutz erzählte ein jüdischer Lehrer, den er auf seinen Reisen besuchte, daß der verstorbene Oberrabbincr von Köln den religiösen Zustand der Juden in Köln vnd dem dortigen ganzen Distrikte folgendermaßen beschrieben habe: „Die Mehrzahl sind Materialisten, gänzlich gleichgiltig gegen ihre Religion und unwissend in derselben; ihre Ohren sind gegen die Predigten der Synagoge verstopft, und ihre Kenntniß des Hebräischen ist eine so geringe, daß sie kaum die Gebete verstehn, während sie die Predigten vermeiden." Einem andern Juden, einem ansehnlichen Kaufmanne, antwortete derselbe Missionar auf die Frage nach seinem Wohnsitz in hebräischer Sprache „jenseits des Flusses Rhein", worauf ihm derselbe entgegnete: „Ich verstehe kein Hebräisch". „Nun dann, fuhr der Missionar fort, können Sie ja keine Andacht in der Synagoge haben, da Sie Ihre Gebete in einer Ihnen unbekannte» Sprache sprechen", und „das ist so der Fall mit Vielen!" räumte dieser Jude ein. Missionar Mamlock in Paris äußert sich: „Es scheint, daß, sobald eine gewisse Summe von Freiheiten den Juden gewährt wird, sie tu religiöse Gleichgiltigkeit verfallen; Vernunftglaube, Unglaube und Zweifelsucht nehmen dann unter ihnen überhand und ersetzen die Stelle der Religion." Aus Rom aber schreibt

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