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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 7-8 (1881) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
7-8 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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124 königlichen Beamten fallen. Sie sagten dem Boten, er solle mir sagen, ich möchte einen andern Brief an den König schreiben nnd darin sagen, ich wünschte zu ihm nach Abessinien zu kommen; ihren Jahresgehalt, auf den sie verzichte» wollten, solle ich für die Reisekosten verwenden. Was sollte ich nun thnn? An ein Hierherkommen der Brüder war nicht zu denken. Ich las die beiden Comitöbeschlüsse wieder nnd wieder durch und fand, daß ich nur bis Metama zu gehen Erlaubniß hätte, dachte aber, unter obwaltenden Umständen werde mir's das Comitö vergeben, wenn ich ein Uebertreter des Gesetzes würde. Leib, Leben und Freiheit müßte ich für den Zweck wagen, für den ich gekommen. So entschloß ich mich, vorwärts zu gehen bis Wöchne und von dort an den König zu schreiben. Als ich diesen Entschluß einigen abessinischen Freunden, auch Gobau nnd David, mittheilte, riethen sie mir entschieden ab. Nach einer schlaflosen Nacht, deren ich hier viele gehabt habe, in der mich besonders das Wort: „Seid unterthan der Obrigkeit (dem Comitö), die Gewalt über euch hat", beschäftigte, und ein wichtiger Traum vor etlichen Nächten, den ich als eine Warnung Gottes ansah, kam ich innerlich zu der Ueberzeugung, ich würde gegen den Willen Gottes handeln, wenn ich dieses Wagniß unternehmen würde. Es wurde mir innerlich klar, ich solle Gobau, David und die Bücher mit dem königlichen Zink nach Wöchne senden. Scheik Sahle Bey ging mir zur Hand und besorgte mir 15 Kameele. Gobau, David und andere Bekannte hier stimmten diesem Plan bei und so gingen sie schon gestern Abend mit Einbruch der Nacht von hier ab. Mit den königlichen 11 Kameelen sind es 26 Kameele und etliche dreißig bis vierzig bewaffnete Männer, da der Weg zwischen hier und Wöchne etwas unsicher ist. Ich begleitete die Brüder noch eine Strecke Wegs. Sie weinten bitterlich, und ich weinte mit ihnen. Ohne daß wir ein Wort hcrausbrachten, gaben wir einander die Hand. Sie gingen beim Mondschein Abessinien zu, und ich kehrte mit betrübtem Herzen nach Metama zurück. Gobau sagte zum Scheik, als er sich verabschiedete: „Bis jetzt lebte ich mit und unter Menschen, und jetzt gehe ich in ein Land zurück, wo nur wilde Thierc leben; unseres Landes Bolk ist zum wilden Thier herabgesunken".

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