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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 7-8 (1881) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
7-8 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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123 König Menelek und Ras Adal von Godscham sind zur Berathung gegenwärtig bei König Johannes in Debra Tabor. Letzterem hat er den Königstitel verliehen unter dem Namen Negus Tekla Haimanot und ihm befohlen, sein Reich bis Kaffa auszudehnen und alle Gallas zu Christen zu machen. Ich bin nun einen Monat hier. Ich habe denselben unter viel Angst und Sorge verbracht. Halbe Nächte saß ich gewöhnlich betend, denkend, sorgend, wie und was werden soll, falls Metama von den abessinischen Räuberhorden überfallen werde. Es war mir nicht allein um meine Person, sondern um das viele Wort Gottes, das bei einem Ueberfall ein Raub der Flammen geworden wäre, zu thun. Nun hat sich's durch Gottes Fügung gemacht, daß 11 Kameellasten Zinkplatten hier für König Johannes ankamen, womit er die neue Kirche in Gondar im Islam-Quartier decken lassen will. Mit diesen Karawanen gingen gestern Abend Gobau, David und ein Proselyt Alamy mit allen Büchern (15 belastete Kameele) nach Wöchne ab. Von dort werden sie es auf Eseln nach Tschelga, Dschenda, Asseso und Dagusa schassen. Meinen Brief an den König, den ich nach meiner Ankunft hier abgesandt, hatte ich offen an Debtera Beru, Aragawi und Sambatu gesandt, damit sie wissen sollten, was ich geschrieben habe. In dem Briefe an den König hatte ich ihm meine Ankunft mit vielem Worte Gottes zum Unterricht der Falaschä in Metama gemeldet, und da ich von meinem Comits beauftragt sei, von hier an meine Arbeit in Deutschland zurückzukehren, ihn gebeten, den lehrenden Proselyten und anderen zu erlauben, zu mir hierher zu kommen, damit sie nach einigen Tagen gegenseitiger Stärkung des Glaubens mit den Büchern zurückkehrten. Die Brüder in Dschenda fürchteten, der König möchte bei Empfang meines Brieses bei der obwaltenden Spannung zwischen ihm und hier Verdacht schöpfen, als wären wir Verräther an ihm, und in seinem Zorn die Ueberbringer des Briefes hinrichten lassen, die übrigen Proselyten aber seinen grausamen Soldaten preisgcben. Sie schrieben zwei Briefe an mich und nähten dieselben meinem Boten in den Hosensaum ein; sandten demselben aber nach seiner Abreise einen Boten mit Aragawi nach und nahmen ihm die Briefe wieder ab, aus Furcht, sie möchten in die Hände eines

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