Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 7-8 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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121 Leben, noch stellten sie die Seligkeit des Himmels als ihren Lohn oder als ihr Ziel vor die Augen hin. Manchmal behaupteten sie, daß die Tugend den Menschen zum Himmel erhöbe, und versetzten ihn selbst unter die Götter. Aber unter dieser Tugend verstanden sie allein Erfindungen von Künsten oder Waffenthaten; denn sie hatten nur einen offene» Himmel für Gesetzgeber und Eroberer, für die Leute, welche die Menschen bildeten oder unterrichteten. Das war also der Gipfel der Religion unter den gebildetsten Völkern der Welt, und diesen erstiegen noch dazu nur einige wenige Weltweise und die Genies, auf die man wenig hörte, und die von der großen Menge in ihren eignen Ländern noch weniger verstanden wurden, während alle übrigen in eine gemeinsame Wolke der Unwissenheit und des Aberglaubens gehüllt blieben. Zu der Zeit brach das Christcnthum aus dem Osten wie eine Sonne hervor und zerstreute die allgemeine Finsterniß, welche jeden Theil des Erdkreises finster machte und die auch noch in allen den entfernten Gegenden herrscht, bis zu denen sein heilsamer Einfluß sich noch nicht ausgebreitet hat. Bei allen denen, die es erreichte, hat es auch, trotz der Entstellungen, die es vielfach erfahren, alle jene Ungeheuerlichkeiten verbannt, und hat eine vernünftigere Gottesverehrung wie eine reinere Moral eingeführt. Es hat den Menschen die Einheit, die Eigenschaft des höchsten Wesens gelehrt, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung von den Todten, ein ewiges Leben und das Himmelreich: Lehren, ebenso unbegreiflich für die weisesten Menschen vor der Erscheinung des Christenthums, als es heute das System Newtons für die unwissendsten Stämme der Wilden in Amerika ist, — Lehren, welche die menschliche Vernunft nie würde haben entdecken können, die aber, nachdem einmal enthüllt, mit derselben sich wohl reimen und von ihr bestätigt werden — Lehren, die, obwohl sie über alle Gelehrsamkeit und alles Forschen von Plato, Aristoteles und Cicero hinausgehn, jetzt vor dem Auge eines jeden Bauern und Handwerkers, in dessen Hand sich die Bibel befindet, deutlich daliegen. Das alles sind einfache Thatsachen, die zu klar vorliegen, als daß man ihnen widersprechen könnte; und was wir darum auch von der Bedeutung dieser Schriften, von den i» ihnen enthaltenen