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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 7-8 (1881) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
7-8 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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116 derer haben, welche sie der Welt verkündigten. Sicher aber ist es, daß sie so fern von dem allgemeinen Znge der menschlichen Einbildung sind, daß es völlig unmöglich erscheint, sie aus der Erkenntniß oder der Kunst der Menschen abzuleiten. Allerdings haben manche durch Verdrehung der üblichen Bedeutung der Wörter, oder wie sie es nennen, durch Erklärung derselben alle diese Lehren aus der heiligen Schrift auszumerzeu versucht, und dies aus keinem andern Grunde, als weil sie dieselben nicht begreifen können. Sie schließen nämlich so: Die Schrift ist das Wort Gottes, in diesem Wort können keine Behauptungen stehn, die der Vernunft widersprechen; jene Behauptungen aber widersprechen ihr — deßhalb stehn sie nicht.in der Schrift. Aber wenn diese Leute mit ihren kühnen Behauptungen Anspruch auf Beachtung machen wollten, so müßten sie ihren Beweis unikehren und sagen: Diese Lehren machen einen Theil und zwar einen wesentlichen Theil der Schrift aus, sie widersprechen der Vernunft; keine Behauptung, welche der heiligen Schrift widerspricht, kann ein Theil des Wortes Gottes sein; deßhalb kann weder die heilige Schrift selbst noch die angebliche Offenbarung in derselben von ihm abstammen — das würde denn eine Beweisführung sein, die der vernünftigen und aufrichtigen sogen. Deisten würdig wäre, und diese forderte Beachtung. Wenn dagegen Menschen behaupten, wirkliche Thatsachen mit ihren Vernunftgründen bestreiten zu können, so haben sie kein Recht, eine Antwort zu erwarten. Und hier muß nun bemerkt werden, daß der persönliche Charakter des Urhebers dieser Religion nicht weniger neu und außerordentlich ist, als diese Religion selbst. Er redete, wie nie ein Mensch geredet hat, (Joh. 7, 40) und lebte, wie nie ein Mensch gelebt hat. Um dies zu beweisen, soll jetzt nicht angeführt werden, wie er von einer Jungfrau geboren ist, 40 Tage gefastet, viele Wunder vollbracht hat und wie er drei Tage nach seinem Bcgräbniß von den Todten auferstanden ist; denn die Berichte hierüber werden geringen Eindruck auf die Gemüther von Ungläubigen machen, die, wenn sie nicht die Religion selbst glauben, auch den Erzählungen von diesen Thatsachen keinen Glauben schenken werden. Sondern aus Thatsachen, welche nicht bestritten werden können, soll der Beweis geführt werden.

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