Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 5-6 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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94 über. Sie böten ein schönes Arbeitsfeld für unsere Leute. Falaschas sind nicht am Orte. Sollte ich keine günstige Antwort von dem Könige erhalten, so würde ich Gobau hier stationiren, ihm die Bücher übergeben, die er nach und nach durch abessinische Kaufleute rc. in's Land bringen kann. Er kann eine Schule anfangen, und die hiesigen Abessinier werden sich gern an ihn anschließen. Die Muhammedaner sagen den Abessiniern: der Golie (Schutzgeist) von Mctama könne christliche Gebete gar nicht vertragen. Sie sollten das Beten ganz unterlassen, sonst mache sie der Golie krank und tödte sie. Gobau geht alle Tage in's abessinische Dorf. Er ist mir viel nütze. Gott gebe Seinen Segen zu unserm Hiersein, damit auch Frucht für die Ewigkeit für uns und Andere herauskommt. Von Kassela brauchten wir 13 Tage bis Metama — cs ging der schlechten Kameele wegen sehr langsam voran — viel Noth und Beschwerden — die Tage sehr heiß und die Nächte empfindlich kalt, um so mehr, da wir stets unter freiem Himmel waren. Gott Lob, es ist jetzt Alles überstanden' Wie wird uns einst zu Muthe sein, wenn wir unser irdisches Pilgerkleid abgelegt und selig gekleidet in die Gerechtigkeit Christi, in der ewigen Hcimath angekommen sein werden! Darum nur treu, mit einem auf Jesum gerichteten Blick, vorwärts!" Am 4. April langte in Breslau eine am 26. März in Suez anfgegebene Karte an, auf welcher cs heißt: „Diese Karte soll Dir Kunde bringen, daß ich wohlbehalten im Lande der Pharaonen angelangt bin, wohlbehalten, aber furchtbar angegriffen. Gott sei Dank für alle Bewahrung und Durchhilfe zu Wasser und zu Lande. Da König Johannes jeglichen Verkehr mit Metama bei Strafe von Hand- und Fußabschneiden seinen Unterthanen verboten hat, war ein persönliches Zusammenkommen mit den Brüdern unmöglich. Die Bücher sandte ich durch Gobau, David und Alamy und erhielt in Metama noch Nachricht von ihrer glücklichen Ankunft. Da die politischen Zustände Abessiniens das Missioniren unmöglich machen, wollen die Brüder künftig sich selbst ernähren und daneben für die Ausbreitung des Evangeliums thun, was sie können. Es sind bis jetzt. 800 Falaschas durch unsere Mission der abessinischen Kirche einverleibt worden; wären sie alle lebendig, welch' ein Segen!"