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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 5-6 (1881) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
5-6 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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93 an einige abessinische Kaufleute mit Briefen an die Brüder, einem Briefe an König Johannes, einem an den Etshegie (das geistliche Oberhaupt der ganzen abessinischen Kirche) von hier ab. Meine Gebete begleiten ihn. Ich theilte dem Könige meine Ankunft und den Zweck meines Hierseins mit, der darin bestünde, die Brüder in ihrer Missionsarbeit unter den Falaschas zu stärken und neu zu beleben und sie zu dem Zweck mit Gottes Wort, von dem ich viel mitgebracht hätte, zu versorgen. Ich ersuchte ihn daher, den Brüdern zu erlauben, zu mir zu kommen. Auch möchte er seinen Beamten Befehl ertheilen, daß die Brüder die mitgebrachten Bücher auf ihre Stationen mitnehmen dürften. Da der Weg jetzt unsicher sei, wolle ich ihm die für ihn mitgebrachten Geschenke durch die Brüder übersenden u. s. w. Dem Etshegie schrieb ich noch, er möchte dafür sorgen, daß ich bald eine Antwort vom Könige erhielte, und stellte ihm mein egyptisches Zelt in Aussicht, das ich ihm mit dem Büchertransport übersenden wolle. Ich konnte nicht anders, ich mußte das Zelt opfern. Solche Lockspeisen thun, wie du weißt, Wunder in Habesch. — Oft sieht es freilich aus, als wollte uns Gott im Stich lassen — aber Er ist ja der HErr, dem alle Macht gegeben ist, und darum wird es doch gehen, wie Er es haben will! Während Ihr jetzt in geheizten Zimmern sitzt, schwitze ich entsetzlich in meiner luftigen Rekuba. Heute früh V26 Uhr zeigte mein Thermometer 11°; um 8 Uhr 19", um 10 Uhr 22", jetzt 11 Uhr 251/2, Mittags wechselt es zwischen 26—30. Zu meiner großen Betrübniß muß ich Dir sagen, daß ich noch keine Briefe von Dir erhielt. Seit dein 10. November weiß ich nichts mehr von Euch. — Gott stehe Euch bei! N.-Schr. den 16. Jan. 12 Uhr, Thermometer im Schatten auf 26 V2" Hatte diesen Vormittag sechs Abessinier bei mir, mit denen wir Gottes Wort lasen und darüber sprachen. Sichtbar machte es Eindruck auf sie — besondere Freude habe ich an einem Dcbtera aus Gondar, der alle Tage zu uns kommt und nicht bloß einen Wissensdurst mitbringt, sondern ein wirkliches Heilsverlangen zeigt. Er ist ein stiller, denkender, unverdorbener und demüthiger Abessinier, wie es wenige giebt. Ich habe Hoffnung, der Heiland schenkt ihn mir, oder besser gesagt, er wird ein Eigenthum des Heilandes. Sehr viele Abessinier hier gehen zum MuhammedanismuS

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