Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 5-6 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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91 jüdischerseits unaufhörlich als die höchste religiöse Bildung gepriesen wird, hören wir dagegen nur, daß es froh sein muß, wenn es in einem Theil der jüdischen Stammesangehörigen in Amerika religiöses Interesse zu erhalten vermag; auf das allgemeine religiöse Leben jenes großen Landes und jener für religiöse Anregung so überaus empfänglichen Bevölkerung dagegen ist es vollständig einflußlos geblieben. Alle möglichen Sekten und Gemeinschaftsbildungen zichn in Amerika viele Gemüther der Draußcnstehenden an; das Judenthum hat trotz der hundertjährigen Freiheit, hier seine Kraft zu entfalten, kaum die geringste Spur im geistigen Leben des Landes hinterlassen und ist religiös vollständig unfruchtbar geblieben. Dieselbe Erfahrung, welche alle Jahrhunderte, Völker und Religionsbekenntnisse mit dem Judenthum gemacht haben, hat das freie Amerika gemacht, welches allen Gemeinschaften die Gelegenheit geboten hat, auf seinem Boden seine religiöse Macht der Welt zu offenbaren. Das möchten wir den jüdischen Lesern unseres Blattes zu erwägen geben; vielleicht wird dann doch der eine oder der andere Willens sein, die Ansprüche des Christenthums, das nun einmal auch in Amerika die höchste Lebensmacht ist, ernstlicher zu prüfen. Inr Äudenmission in Amerika. In Nr. 3 und 4 unseres Blattes von 1880 haben wir die verschiedenen Judcnmissionsgesellschaften Amerikas aufgeführt. Jetzt tragen wir aus dem Blatte „Herold und Zeitschrift" nach, daß die bischöfliche Kirche Judenmissionare für Baltimore, Pittsburg, Cleveland, New-Orleans und Louisville bestimmt, sowie Vorkehrungen für Missionsarbeit unter den Juden in Chicago und Iowa getroffen hat. Später mehr hiervon. Missionar Flads Rückkehr von der abessinischen Reise. Mit herzlicher Theilnahme werden viele Leser unseres Blattes die Nachricht vernehmen, daß Missionar Flad bereits wieder in die Heimath zurückgekehrt ist, weil der König Johannes von Abessinien seinen Unterthancn es verboten hat, über die Grenze zu unserem Missionar zu gehn und mit ihm in geistliche Verbindung zu treten.