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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 5-6 (1881) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
5-6 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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84 Wendigkeit vielfach Widerspruch. Aber sie kann ohne dieselbe ebensowenig, ja noch weniger bestehen, wie die Heidenmission, so lange nicht die Kirchen als solche die Mission organisiren und Missionare in ihrem Dienste ausscnden. Die Frage, ob dies für unsere evangelische Kirche ausführbar sei und ob' dies auch im Interesse der Mission liege, kann hier unerörtert bleiben — thatstichlich ist es nicht der Fall, sondern es beruht die Mission noch auf der Vereins-, der freien Liebesthätigkeit. Damit ist auch die Nothwendigkeit einer Wirksamkeit unter den Christen gegeben. Die freie Liebesthätigkeit, die eine besondere Aufgabe, einen -besonderen Zweck im Auge hat, muß vor Allem in ihrem Kreise, aus welchem sie hervorgegangen, ist, gepflegt, vertieft werden und sich ausdehnen; denn bei ihr ist jeder Stillstand ein Rückgang. Um dies zu erreichen, muß auch die Judenmission das Verständniß für ihre Aufgabe und das Werk, durch welches sie Gottes Heilswillen und Christi den Jüngern gegebenen Auftrag zu erfüllen strebt, verbreiten, die Gleichgiltigen dafür zu interessiren und die Feinde zu Freunden ihrer und Gottes Sache zu gewinnen suchen; — muß sie Herzen und Hände im Rückhalt haben und sich erhalten, welche durch Gebet und Gaben die Mission stützen und unterstützen. Und diese Aufgabe muß in Polen um so nothwendiger erfüllt werden, weil in den evangelischen Kreisen die freie Liebesthätigkeit für die Mission früher wenigstens viele Jahre hindurch nur wenig Anregung gefunden hatte, geschweige denn zu einer eigenen, selbstständigen Thätigkeit sich hätte organisiren können. Auch ist die neue Mission in Polen in diese Wirksamkeit nicht ohne Erfolg eingetreten, sondern Gott der HErr hat, soweit meine Erfahrungen reichen, ein vollgedrllckt, gerüttelt, überfließend Maas; seines Segens gerade auf diese Arbeit in den evangelischen Gemeinden gelegt. Nicht nur die überfüllten Kirchen und Säle, in welchen die Gemeinden stundenlang dem Missionar zuhörten, gaben Zeugniß davon, daß die Sache der Mission das regste Interesse erweckte, sondern es machten auch mancherlei Beweise, daß das Wort eine gute Stätte gefunden hatte, offenbar, daß die Mission in Polen einen Boden hat, auf welchem sie — richtig gepflegt — sich auf das Schönste entwickeln kann und muß. Zu diesen Beweisen gehört vor Allem das Missionsfeft in Wiskitki, das erste.

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