Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 5-6 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Fälle aber hat der Prosclyt hinfort an der Kirche und Gemeinde, zu welcher er gehört, seinen Anhalt. Wie verloren dagegen steht ein Proselyt da, welcher diesen Halt an der Kirche des Landes nicht hat und nur mit einer Mission in Verbindung steht, die auch wieder abgerufen werden kann. In der That, eine Jndenmission, die sich nicht den evangelischen Kirchen des Landes, in welchem sie arbeitet, anschlicßt, begeht einen großen Fehler. Dazu kommt die Fürsorge für das leibliche Wohl, die Existenz des Proselyten, die in Polen in Folge des Uebertritts zum Christenthum meist völlig erschüttert ist. AuSgcstoßen aus der Verwandtschaft und Freundschaft und von ihr verflucht, wird er sofort, sobald cs bekannt wird, daß er getauft werden will oder sich hat taufen lassen, aus seiner Stellung entlassen und wird ihm die Arbeit oder Kundschaft entzogen. Ein solcher Proselyt muß also zeitweise ausgenommen und womöglich beschäftigt werden können, bis er durch Vermittelung des Missionars und christlicher Freunde ein neues Unterkommen und neue Arbeit gefunden hat. Und dies ist in Polen bei den nur circa 250000 Evangelischen unter 6l/a Will. Einwohnern wahrlich keine leichte Arbeit. Aber auch die zeitweise Aufnahme und Erhaltung oder nvthweudige Unterstützung setzt Mittel voraus, die unter den Evangelischen des Landes gesammelt und von ihnen aufgebracht werden sollen. Denn mit Recht stellt die Londoner Gesellschaft selbst dazu keine Mittel zur Verfügung, nicht blos, um den Schein zu vermeiden, als ob die Uebertritte erkauft würden, sondern auch, weil es Sache der christlichen Liebe der Gemeinden ist, hier hilfreich einzugreifen und den neuen Gemeindegliedern beizustehen. Auch flössen die Mittel dazu während meiner Missivnsthätigkeit überaus reichlich, und würde das gewiß stets der Fall sein, wenn dieser natürliche Zusammenhang mit der evangelischen Landeskirche lebendig erhalten würde. Im anderen Falle dagegen würde der Fortgang des Werkes auch in diesem Punkte empfindlich leiden. Der Zusammenhang mit dieser Kirche ist aber nicht minder nothwendig, wenn die Mission ihre dritte Aufgabe: auf die Christen eine Wirksamkeit zum Besten ihrer Arbeit auszuüben, erfüllen soll. Es verwundert freilich Viele, wenn die Judenmission auch eine Arbeit unter den Christen für nöthig hält; ja sie erregt mit dem Anspruch dieser Wirksamkeit und der Behauptung ihrer Noth- 6#