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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 5-6 (1881) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
5-6 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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81 verlassen dagestanden, und das alles, nach seiner Meinung, nur um sein Verlangen zu befriedigen, auch äußerlich durch die Taufe denen zuzugehören, die Christum bekennen. Um diese seine Auffassung von dem Sakrament der heiligen Taufe zu erklären, muß ich erwähnen, daß dieser Mann durch jahrelangen Verkehr mit Baptisten sich seine eigenen unerschütterlichen Ansichten darüber zurechtgclegt hatte. So blieb er unentwegt ein richtiger „Judenchrist". Ein anderer junger Mann, der schon in der Anstalt des Pastor Faltin in Kischineff gewesen war, aber diese seine Heimath verlassen hatte, weil seine Eltern und Verwandten ihn beständig auf alle Weise, durch Versprechungen und Drohungen, von seinem Vorhaben, Christ zu werden, wieder abwendig zu machen suchten, kam lange Zeit zu mir in den Unterricht. Plötzlich blieb er fort. Ein Brief benachrichtigte mich, daß er nicht ferner den Vorstellungen seiner Eltern, den Drohungen ihres Fluches, ihren Schmerzensausbrüchen, daß die ganze Familie durch ihn in Schande gestürzt werde und nun auch kein Mann mehr seine Schwestern heirathen würde, weil sie die Schwestern eines Ausgestoßenen und Verfluchten wären, daß er dem allen »licht länger hätte widerstehen können und deshalb mit feinem Onkel, der ihn ausgesucht und aufgefunden, in die Heimath zurückkehre, ohne deshalb seinen-Glauben zu lassen und die Hoffnung aufzugeben, doch noch ein Christ werden zu können. Solcher Fälle könnte ich aus meiner kurzen Missionsthätigkeit noch inehrere anführcu, aber diese beiden lassen ja hinreichend erkennen, wie große Hindernisse sich dem Uebertritt der Juden in Polen, auch »venu sie wolle»», entgegenstellen. Doch auch freudigere Erfahrungen von Ueberwindung aller »nöglichen Schwierigkeiten und Hindernisse Seitens solcher Juden darf der Missionar berichten. So »vill ich nur des einen Falles gedenken, daß ein jüdischer Klemptncr, obgleich er in einer Fabrik acht Meilen von Warschau arbeitete und die ausfallende Arbeitszeit durch Nachtarbeit ersetze» mußte, dennoch lange Zeit hindurch sonntäglich zur Kirche und zmn Unterricht nach Warschau ka»n, u»n die Ta»»fe empfangen zu können, die »hin denn auch von mir in der ev.-luth. Kirche crtheilt wurde. Die Proselytenpflege ist sodann die andere Aufgabe, welche der Mission viel Sorge und Mühe »nacht, und welche in 6

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