Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 5-6 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Diese Zeit vorznbereiten, das ist ihre vornehmste, erste Hauptaufgabe, darin besteht ihre Hauptarbeit. Wie Johannes der Täufer dem HErrn bei seiner „Ankunft im Fleisch" vorausging und predigte, ihm den Weg zu bereiten, so predigt die Mission, demselben HErrn den Weg zu bereiten, damit er, wenn die Zeit Israels erfüllt ist, bei seinem Volke, das ihn einst verworfen hat, doch noch Eingang und Aufnahme findet, und also die Schrift erfüllt wird. Der Inhalt der Missionspredigt ist darum auch nicht etwa eine Verkündigung, wonach den Juden die Ohren sticken, — die Locken derselben mit ihrer Auserwähltheit und verheißenen Reichs- Herrlichkeit, wovon sie gern hören und worüber sie stundenlang zu sprechen bereit sind; — auch nicht Nachweise und Beweise, daß der Talmud das Wort Gottes verdreht und Menschensatzungen lehrt, wogegen zu disputiren sie stets willig sind, — sondern der Inhalt der Missionspredigt ist vor Allem: ihre Sünde und Gottes Gnade in Christo Jesu. Deshalb wird ihnen das Alte Testament im Lichte des Neuen Testaments gezeigt und ihnen, den in Gesetzesgerechtigkeit und pharisäischer Selbstgerechtigkeit Befangenen, die ganze Tiefe des sündlichen Herzens aufgedeckt, um so die Sehnsucht und das Verlangen nach einem Erlöser von der Sünde und dem von dem heiligen Gott gedrohten Fluche in ihnen zu wecken und ihre Herzen empfänglich zu machen für die Verkündigung des kündlichgroßen, gottseligen Geheimnisses von der Gnade Gottes in Christo Jesu, dem Gottes- und Menschensohne, der in die Welt gesandt ist, auf daß alle, die an ihn glauben, auch die Juden, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Diese Botschaft hat die Mission ihnen zu bringen und in die Ohren und Herzen zu rufen — sie hören sie gerne oder widerwillig —, und der Erfolg bleibt nicht aus, wenn auch der ausgestreute Same nicht sofort eine üppige Saat aufgehen läßt und die Frucht nicht sichtbar vor Aller Augen reift. Die Selbstgerechtigkeit und Gesetzesgerechtigkeit wird erschüttert, die Sorge um die Seligkeit geweckt, das Suchen und Forschen nach dem Heil veranlaßt, und Viele werden bewogen, zu prüfen, ob nicht doch in dem gehaßten, gekreuzigten Christus die Schrift erfüllt ist. Zugleich werden damit alle die Lügen und falschen Vorstellungen über