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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 5-6 (1881) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
5-6 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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76 Gesellschaften, besonders der Londoner Gesellschaft für Verbreitung des Christenthums unter den Juden, wurden in Folge des Krimlrieges von der Russischen Regierung unmöglich gemacht, indem allen auswärtigen Gesellschaften die Mission unter den Juden verboten wurde, und die damals in Polen stationirten Missionare vertrieben wurden; dieselben mußten binnen wenigen Tagen das Land verlassen. Daß diese Männer damals nicht vergebens gearbeitet haben, beweist das treue Andenken, welches den meisten bei vielen Christen und Proselyten und auch einzelnen Juden bewahrt worden ist. Ich gedenke hier besonders des Or. M'Caul, der, nach Polen gekommen und die Bedingungen einer gesegneten Wirksamkeit unter den Juden dieses Landes erforschend, mit eisernem Fleiß sich eine Kenntniß des Hebräischen und besonders des Talmud ancignete, wie sie nur selten gefunden wird, der uns aber noch größer und bewunderungswürdiger erscheint durch seine edle Bescheidenheit, seine tiefe Demuth und seine völlige Hingabe, mit welcher er unter den Juden Polens gearbeitet hat. Ebenso lebt bei Vielen noch in lebendiger Erinnerung der Prediger Becker, welcher an der Spitze des Missionshauses und der damit verbundenen Anstalt stand, zu welcher auch eine Druckerei gehörte. Seine Missionsstunden im Missionshause, wie seine Predigten in den Kirchen Polens sind Vielen ein Zeugniß von der seligmachenden Kraft des Evangeliums gewesen. Auch sind Biele aus dem Volke Israel unter seiner Leitung nicht bloö zur Erkenntniß der Wahrheit gekommen, sondern auch einige unter ihnen tüchtig geworden, diese Wahrheit „ihren Brüdern nach dem Fleisch" zu verkündigen. Zn diesen beiden besonders begnadigten Werkzeugen in der Hand Gottes unter den Juden Polens kommen ferner die Prediger Wendt, Hof, Waschitschek und Lange, Männer, deren Verdienst um die Mission unter den Juden nur der richtig zu schätzen vermag, welcher ihre Arbeit in Polen und ihre Wirksamkeit daselbst unter Christen und Juden beurthcilcn kann. Ihr gesegnetes Andenken hat noch nach 20 Jahren, da die verbotene Mission wieder eröffnet wurde, ihren Nachfolgern viele Thüren geöffnet und das herzlichste Entgegenkommen von vielen Seiten bereitet. Das soll ihnen unvergessen sein! Doch, wie schon gesagt, der Kriegssturm knickte die Blüthe,

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