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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 3-4 (1881) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
3-4 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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worden sind. Er selbst hat sich durch Flucht gerettet. Ich habe diese Gewährung der Erhörnng der Gebete zuzuschreiben, die für mich zum Vaterherzen Gottes gesandt werden. Ich glaube jene Räuber gesehen zu haben; auf den kahlen Bergesspitzen folgten sie uns und beobachteten uns einige Stunden lang. Und unseren Kameelsleuten war es jenen Abend und jene Nacht sehr bange um's Herz. Ich vertröstete sie mit dem Schutze Gottes, unter dem ich reise, und flehte besonders jene Nacht, Gott wolle um mich her durch seine Engel eine Wagenburg schlagen. Ueberhaupt fand ich im kindlichen, vertrauensvollen Gebet immer Ruhe und innere Gewißheit, daß, wenn ich keinen Bann, keine Sünde zwischen mich und meinen Gott kommen lasse. Er alle seine Gottesverheißungen an mir zu lauter Ja und Amen machen werde. Einmal wurden wir Nachts 9 Uhr, als wir Lager gemacht hatten, durch 2 Flintenschüsse unweit unsers Lagers erschreckt. In der Ferne sahen wir ein Feuer, wußten aber nicht, ob Freunde oder Feinde dort seien. Ich ließ aus meinem Revolver einige tüchtige Kugeln Jenen über den Häuptern durch die Luft sausen und gab ihnen dadurch zu erkennen, daß nicht nur sie, sondern auch wir bewaffnet seien. Am folgenden Morgen stellte es sich heraus, daß es eine Karavane war, welche denselben Weg nach Kassela machte. Gewöhnlich hatte ich die Nachmitternachtwache. Da kam es nur einmal vor, daß sich uns zwischen 2 und 3 Uhr ein wildes Thier näherte. Durch einen Schuß in der Richtung, wo ich das Thier merkte, entfernte es sich. Eine Wohlthat ist, daß man zum Unterhalt der 3—4 Feuer des Nachts genug Holz hat. Das fühlte ich aber auch, daß ich älter geworden bin, und die Reise mich jetzt mehr angreift als früher. Doch genug von der Reise. — „Betet unfern König an, Aug' und Herze rinne, der so viel an mir gethan, hat noch mehr im Sinne." Der Mudier (Ortsvorsteher) hier, ein hochmüthiger kränklicher Türke, empfing mich freundlich. Als er meine Empfehlungsbriefe gelesen, sagte er: „Mit Freuden werde ich alles für Dich thun, was ich kann!" Da ich aber einiger Ruhe bedarf, werde ich erst kommenden Montag die Reise nach Metama antreten. Ich hoffe dort zu sein zum übernächsten Markt, am 4. Jan. 1881, sodaß ich David mit den zurückkehrenden abessinischen Kaufleuten am 6. Jan. absenden kann. Die Kameelsleute waren heute schon bei mir, wir sind über den Preis noch nicht einig geworden. Sie verlangen 4 Thlr. pro Kameel und ich will bloß 3*4 Thlr. geben. — Ueber Abessinien erhielten wir hier die verschiedensten Nachrichten. Der König sei in Debra Tabor. Er habe einen Raubzug gegen Wolkait vor, dessen Gouverneur gegen ihn rebellirt und sich mit den Eghptern verbunden habe. Heute den 23. verbreitet sich die Nachricht, der Rebell sei gefangen. Ruof Pascha von Chartnm

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