Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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61 geräthe, die Kleider für die Brüder und das Geld, das darin verpackt ist. S Durchschnittlich gerechnet machten wir Vormittags und Nachmittags einen Marsch von 7—9 Stunden. Am 2. Tage machten wir 10 Stunden Morgens. Nachdem eine schwarze Tasse Kaffee getrunken war, ging das Laden der Kameele an, das unter entsetzlichem Geschrei vor sich ging und gewöhnlich y2--%. Stunde in Anspruch nahm. Um 11 Uhr, manchmal auch erst um 12 Uhr, wurde Halt gemacht; daun wurde Reis oder Maccaroni oder sonst etwas gekocht, nach dein Essen noch etwas geruht, und um 3 Uhr ging die Reise wieder an. Des Tages war es sehr heiß und des Nachts sehr windig und kalt. Das Land, das wir in diesen 15 Tagen durchreisten, ist an manchen Orten sehr steinigt, an andern sehr sandig. Wenig Vegetation, keine Fruchtfelder und Wiesen. Nur in - den Thülern Bäume und Gesträuch, deren Laub und Aestlein den Kameelen zur Nahrung dienen. Die Berge sind gänzlich kahl. Wasser fanden wir alle 2—3 Tage, das aber viel zu wünschen übrig ließ; am zweiten und dritten Tag so salzig, daß unsere Suppen ohne Salz genug gesalzen waren. Sehr mit Erde und Sand vermischt war das Wasser überall. Wie oft sehnte ich mich nach einem Glas klaren kühlen Wassers! Sand und Wüsteustaub bekommen wir als Würze durch den Wind genug in unsere Speisen. Aber dankbar, ja von Herzen dankbar war ich jeden Tag für das Wenige, das uns Gott beschcerte, namentlich aber dafür, daß ich einen Vater im Himmel habe, der meine Sorgen zu den seinen macht, und der auch für das Kleinste und Geringste, was seine Kinder betrifft, ein offenes sorgendes Auge hat. Wir hatten z. B. auf der ganzen Reise keinen Regen, während es in Sauakin jede Nacht in Strömen regnete. Wir hatten keinen Unfall — und keinen Anfall von wilden Thieren und Räubern. David und Beschir wurden durch's Scheuwerden eines Kameels, das Nachts irgend ein Thier gesehen, von den Kameelen geworfen. Gott Lob, Keiner hat ein Bein gebrochen. Gobau hatte wahrscheinlich in Folge der kalten Winde Nachts einen heftigen Anfall von Dyssenterie, ist aber nach etlichen Tagen wieder genesen. Meine Gesundheit war einigemal, namentlich im Unterleib, sehr erschüttert; aber der Herr in seiner Barmherzigkeit und Liebe hat mich vor Krankheit bewahrt. Das Gefühl, das wir die ersten 6 Tage vom Reiten hatten, drückte Gobau so aus: Ereg Akolie hulu tasabering. (O weh! alle meine Glieder sind mir zerbrochen!) — Das Schwerste ist nun Überstunden, Gott sei gelobt in Ewigkeit. Hallelujah. Amen! Heute kam ein Kaufmann hier an, der die traurige Nachricht brachte, daß eine Kaufmannskaravane, die uns folgte, des Nachts von Räubern überfallen, ausgeplüudert und sechs Männer getödtet