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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 3-4 (1881) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
3-4 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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60 Wir haben um einander die Nachtwache gehalten. — Gestern früh ging ich, sobald die Thore geöffnet wurden, in die Stadt und suchte ein Haus, wo wir bis zur Weiterreise wohnen können. Nach dreistündigem Suchen miethete ich endlich ein hiesiges Haus. Im Hofraum liegt unser Gepäck; ich habe mit Goban ein kleines Zimmer ohne Stuhl, ohne Tisch, ohne etwas. David und Beschir befinden sich in einem andern kleinen Raum, der zugleich als Küche dient. Wir sind Gott von Herzen dankbar dafür. Wenn man keine Ansprüche macht, ist man bald zufrieden im Gefühl: „Es ist lauter Gnade Gottes, was ich Hab' und was ich bin", und das, was Er täglich au mir thut, bin ich nicht werth. Ja, Er hat mich bisher gnädig geführt, mächtig geschützt und wunderbar versorgt. Ihm sei Lob und Dank in Ewigkeit. Hallelnjah. Amen. /Könnte ich zeichnen, so würde ich meinen lieben Kindern ein Bild von meiner Karavane von Sauakin hieher entwerfen, das sie gewiß sehr interessiren würde. Denkt Euch eiiuimt in einer Reihe 22 Kameele: das vordere an einem langen Seil geführt von einem schwarzen Hadendoa, dessen rabenschwarze Haare auf der Mitte des Schädels himmelwärts stehen, das übrige Haar in kleine Zöpfe geflochten, tüchtig mit Talg und anderem Fett beschmiert, auf die Schultern herabhängend. Am Oberleib ist er nackt, sein Baumwollenkleid hat er um die Lenden gegürtet, die Schenkel und Beine sind ebenfalls nackt. An den Füßen trägt er selbstgemachte Sandalen, sehr primitiver Qualität. Am linken Arm hängt sein Schild aus der Haut des Nilpferdes verfertigt; in seiner rechten Hand trägt er seine Lanze, am Arm hängen mehrere Amulette gegen alle möglichen Krankheiten, und so marschirt er im Kameelsschritt voran. Jedes der nachfolgenden Kameele ist mit einem langen Seil an den Schwanz des vorangehenden gebunden. Mein Kameel, das dreinndzwanzigste, geht frei, ich leite es mit einem Seil, das ihm um den Hals und die Nase geschlungen ist. Reite gewöhnlich an der Seite des langen Zuges oder bin vorn oder hinten oder in der Mitte und sehe nach, ob Alles in der Ordnung ist, ob kein Strick reißt, keine Kiste reibt und nichts verloren geht. Mein Kameel trägt mein Bett und meine Kleider, sammt Flinte und Revolver. Die anderen Kameele außer dem Wasserkameel und denen, worauf Gobau, David und Beschir reiten, tragen Lasten von 4—6 Ctr. — 10 Kameele tragen in 34 Kisten die 2100 heil. Schriften in Aethiopischer und Amharischer Sprache von der englischen Bibel-Gesellschaft und 62 Amharische Prayerbooks von der Society for Promoting Christ, amongst the Jews und einige Bilder und Bücher von der Rel. Tract. Society. — 6 Kameele tragen 10 Tausend Exemplare Biblische Geschichten, Lesebuch, Herzbüchlein und Traktate, die ich aus unserem Hause mitnahm; die übrigen 3 Kameele tragen Proviant, Zelt, Küchen-

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