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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 3-4 (1881) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
3-4 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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SS in der Heiden Land das Wort Gottes lesen und meinen Glauben daraus stärken kann. Ich habe großes Verlange» (Heimweh) nach dem Worte Gottes. Ich sollte zwar nöthig ein Kleid haben, allein Gottes Wort ist mir mehr werth als ein Kleid. Ein Kleid kann ich später kaufen, aber Gottes Wort zu kaufen habe ich wohl keine Gelegenheit mehr." Ich gab ihm den Psalter, de» ich zum Gebrauch bei mir hatte, und sagte: „Alle die neuen sind in den Kisten, die ich jetzt nicht öffnen kann!" — „Lassen Sie's gnt sein, sagte er, nur die Decke ist alt, das Wort darin ist neu und bleibt neu." Dann »ahm er das Buch mit beiden Händen, küßte dasselbe wiederholt und freudestrahlend nahte er sich mir, um mir die Füße zu küssen, was ich ihm wehrte. — Als ich sah und hörte, wie lieb ihm Gottes Wort ist, kam mir der Gedanke, ihm den Thaler, weil er ein armer Tagelöhner ist, zurückzugeben. Ich that cs jedoch nicht in dem Gedanken, der Psalter wird ihm um des Thalers willen um so schätzbarer sein, schenkte ihm aber ein Amharisches Neues Testament. Der Ausdruck der Freude auf dem Gesichte dieses jungen Mannes wird mir unvergeßlich bleiben. Zu Thränen gerührt sagte er, mit zum Himmel gerichteten Augen: „Jetzt bin ich der reichste und glücklichste Mensch auf der Welt. Gott hat Sic meinetwegen hieher gesandt. Er segne, behüte und bewahre Sie auf Ihrer Reise, und im Himmel gebe Er Ihnen dafür (das Evangelium in den Händen haltend) den besten Platz." Mein Gastgeber und ich waren wirklich zu Thränen gerührt über die Freude dieses Abessiniers und sein Glück, daß er jetzt im Besitz eines Psalters und eines Neuen Testamentes war. Ich bin's gewiß, daß dieser guten Gebrauch mit den Büchern machen wird, und bete, daß er dadurch den Heiland der Sünder als seinen Heiland finden und erkennen lerne. Sauakin, den 3. Dezember 1880. Und nun noch folgender Brief aus Kassela, den 22. Dezbr. Gelobet sei Gott der Herr, der unsere Gebete nicht verwirft und seine Güte nicht von uns wendet. Hallclujah. Amen. Vorgestern Abend 9 Uhr sind wir durch Gottes Barmherzigkeit wohlbewahrt vor den Thoren der hiesigen Stadt angckommen. Wir mußten außerhalb der Stadt mit den Hyänen und anderem Gethier die Nacht verbringen. Es wehte ein kalter Ostwind.

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