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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 3-4 (1881) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
3-4 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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58 zu wissen, daß ihr und viele Kinder Gottes für mich beten. Bin schon 6 Tage in Sauakin. Es braucht der Vorbereitungen so viele für die lange Kamcclsrcisc nach Kassel«. Ich wäre heute zur Abreise bereit gewesen, aber die Kameellcute haben keine Eile. Bei ihnen hat die Zeit keinen Werth. Ich habe 22 Kameele gcmiethct, 10 tragen die heiligen Schriften aus London, 5 die Amharischen Bücher und Traktate aus unserem Haus, eins das Wasser, 6 sind zum Reite», für den Proviant, Zelte, Betten und Kleider. Der Wassermarkt ist vor dem Hause, in dem ich wohne. Da haben von früh bis spät Mädchen und Weiber in Bocksschläuchen Wasser feil. Ein Schlauch kostet etwa nach unserem Gcldc 25—30 Pf. — Jede dieser Wasserhändlerinnen hat einen großen breiten Ring von Gold oder Silber in dem rechten Nasenflügel stecken. Das sieht nicht schön ans, und doch soll eö hier Zierde des schönen Geschlechts sei». Arm- und Fnßspangen tragen fast alle. Die Fußspangen wiegen jede l/2 Pfd. Die Armspangcn sind bei den Reichen von Gold oder Silber, bei den Armen von anderem geringem Metall. Viele haben sich die Wangen tätowirt, in jeder Wange 3 klaffende Querschnitte. Für ihr wolliges schwarzes Haar brauchen sie eine Pomade, welche die Luft verpestet. Viele sind verschleiert. Vor einiger Zeit hat die Regierung 80 Sklaven den Sklavenhändlern, die entkommen sind, weggenommen und dieselben bei hiesigen Bewohnern untergcbracht; namentlich viele Kinder waren darunter. Herr Braun, bei dem ich wohne, bekam auch einen Knaben; er heißt Abd Allah, ist etwa 10 Jahre alt und ein netter Junge. Er sagte mir, wie seine Eltern und Geschwister heißen, und ist ein Galla. Denkt euch, wie schrecklich, von den Eltern gestohlen, weit fortgeführt zu sein und ohne Hoffnung, je wieder zu den Seinen zu kommen. Betet, daß der Sklavenhandel aufhört. Wie gut habt ihr's! Eine Ermuthigung unterwegs. Heute Nachmittag kam ein junger Abessinier, der ans Hamazin hieher geflüchtet, sich durch Tagelöhnern ernährt und sich das Reisegeld nach Jerusalem verdienen möchte, zu mir und gab mir 1 Thaler. Er sagte: „Ich habe gehört, Sie reisen mit Büchern nach Abessinien. Hier bin ich in der Muhammedaner Land und habe kein Wort Gottes, geben Sie mir, ich bitte Sie um Jesu willen, einen David (Aethiopisch-Amharischen Psalter) dafür, damit ich

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