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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 3-4 (1881) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
3-4 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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55 mein Bett auf dem Boden im Salon, und um 4 Uhr kroch ich auf's Verdeck, denn ich war lufthungrig. Gegen Morgen, wie wir der afrikanischen Küste ansichtig wurden, ward die Bewegung geringer, und der Sturm hatte nachgelassen. Wir haben bis Morgen früh noch Quarantäne zu halten. Die Mekka - Pilger, einige hundert, sind gestern Abend und diesen Morgen alle in die Quarantäne auf eine Insel geschafft worden. Wir sind froh, diese Leute los zu sei». — Denke Dir, welch merkwürdiges Zusammentreffen! Gobau und Fanta David sind am selben Tag hier cingctrosfcn. Gestern Abend kamen sie mit einem hiesigen deutschen Kaufmann und begrüßten mich vom Boote aus. Ich habe beide fast nicht mehr erkannt. Welch' eine Freude hatten sie, als sic mich sahen. Das ist auch vom Herrn. Unser Gott ist lauter Güte, er hat's bisher so gut und treu gemacht, daß ich sch' in allen Dingen, wie so gut er's mit mir meint. Nachrichten hatte ich durch Gobau noch nicht, denn wir konnten uns nur grüßen. Es heißt, der Pascha von hier sei nach Massaua und Sanhit abgereist. Von Mctama muß ich auf dem Rückwege doch wieder über Kassela und Sauakin. Die Route Kassel«, Sanhit, Massaua sei sehr unsicher gemacht durch die Räuberhorden des Ras Alnla. Egypten hat zwar die Garnison in Sanhit, Kufit und Massaua verstärkt, allein die Abessinier wissen diese befestigten Orte zu umgehen und machen Einfälle in's egyptische Gebiet; sie rauben, plündern, tödten die Männer und führen die Weiber und Kinder in die Sklaverei. Wie lange wird diesem Raubsystem noch zugeseheu werden müssen! — In und bei Metama, heißt cs, sei Alles ruhig. Die Abessinier haben es auf Massaua und Umgebung abgesehen. Egypten bleibt zuletzt nichts übrig, wenn es Frieden mit Abessinien haben will, als daß es Abessinien einen Hafen am Rothen Meer gicbt. Für Abessinien wäre cs heilsam, wenn cs direkt mit der civilisirten Welt in Verkehr käme. Es müßte sein Land erschließen und jedem Europäer zugänglich machen. Die Kameelsmiethe zwischen hier und Kassela und Kassela und Metama hat sich seit meinem Hiersein verdoppelt. Damals zahlte man für das Kamecl 4 Thlr., jetzt 7—8 Thlr. Sauakin ist wie Massaua eine Insel, auf der aber lauter von Stein erbaute Häuser stehen. Seit die Dampfschiffe gehn, ist Sauakin emporgekommcn. Der Pascha (Gouverneur von Massaua, Sanhit und Taka)

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