Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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54 100,000 Muhammedaner waren dieses Jahr in Mekka und jeder bezahlte für Reise, Essen und Geschenke an die Moschee Muhammeds in Mekka 800 Mark, so ergiebt das eine Suminc von 80,000,000 Mark, welche die Muhammedaner dieses Jahr ihrem Propheten, den wir den falschen oder Lügenpropheten nennen, gebracht haben. Seit ich Obiges geschrieben, hatten wir 1% Stunden anhaltenden furchtbaren Sturm und Platzregen. Der Wind stieg so sehr, daß noch ein Anker geworfen werden mußte. Erst war ein vom Land herkommender, viel Wüstensand bringender Sturmwind. Es wurde so dunkel, daß im Salon die Lichter angezündet werden mußten. Die Wellen stiegen hoch, und dann fing es an zu regnen, wie es nur in Tropenländern regnet. Die armen Pilger am Bord wurden durch und durch naß. Endlich hat man sie, während es herunterschüttete, in's Zwischendeck spedirt. Jetzt seit einer Stunde hat sich der Sturm gelegt und der Regen aufgehört. Mekkapilger schiffen sich gerade jetzt (2 Uhr) unter furchtbarem Gezänk und Geschrei ein. Die Weiber, deren es nicht wenige giebt, kommen in's Zwischendeck. Die armen Wesen mögen bei der Schwüle eine schöne Luft da unten haben, bis wir nach Sauakin kommen. Wir werden um der Pilger willen in Sauakin zwei Tage Quarantäne halten müssen. Der freundliche Kapitän will uns Europäern erlauben, auf dem Verdeck dieselbe zu übcrstehen. Von Sauakin aus kann ich erst nach überstandener Quarantäne schreiben. Doch ich habe ja nur noch zwei Stationen: Sauakin und Kassela. Mit Ausnahme von heute war es bis jetzt sehr heiß. Bin aber, Gott sei Dank, recht gesund. In allen Stürmen, in aller Noth wird er Dich beschirmen, der treue Gott. Sauakin, 28. November 1880. Gestern um Val Uhr sind wir, Gott Lob, glücklich und wohlbehalten hier angekommen. Wir fuhren am 26. nm 3 Uhr Nachm, von Djedda weg. Aber welch' eine Nacht! Ein Sturm wüthetc auf dem offenen Meer, daß es furchtbar unheimlich wurde. Es hörte sich oft an, als wollten die mächtigen, wilden Wellen das Schiff in tausend Trümmer schlagen. Um 4 Uhr konnte von uns Passagieren schon keiner mehr zu Tisch, die Seekrankheit hatte sich unser Aller bemächtigt. Um 12 Uhr Nachts machte mir der Diener