Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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49 die auswärtigen Missionare durch die politischen Verhältnisse von jenem Boden verdrängt werden sollten, das Evangelische Werk daselbst zusammenbrechen oder doch verkümmern möchte. In Palästina besteht die Evangelische Kirche der Eingeborenen fast nur durch die Unterstützung des Auslandes, denn die Gemeinden thuu sehr wenig für ihre Erhaltung. Die Amerikaner aber, welche ihre Gemeinden allmählich mit der Nothwendigkeit, sich selbst zu erhalten, vertraut machen, haben (nämlich in Syrien) auch noch nicht mehr erreicht als einen Jahresbeitrag von etwa 3}/.2 Mark von jedem eingeschriebenen Mitglieds während unter den armenischen Gemeinden die Verhältnisse in diesem Punkte allerdings viel besser liegen. Immerhin ist es aber auch in diesem Stücke vorwärts gegangen. Und als eine besondere Fügung Gottes muß es betrachtet werden, daß gerade die Amerikaner eine so hervorragende Stelle in der Evangelischen Arbeit des Morgenlandes einnehmen. Denn nicht allein besitzen dieselben offenbar vor allen Andern die Gabe, jene Asiaten geistlich zu erziehen, sondern ihre Stellung ist auch, vom politischen Gesichtspunkte aus betrachtet, nicht eine so gefährdete wie die der übrigen Missionen. Die Europäer sind den Muhammedanern politisch viel beschwerlicher und gefährlicher geworden; und die Russen wiederum würden, wenn ihre Macht im Orient wachsen sollte, aus politischen Gründen am Ehesten noch vor den Amerikanern Halt machen. So ist es aber freilich erst eine grundlegende Arbeit, welche bis jetzt die Evangelische Kirche im Morgenlande thut und, wenn ihr die Zeit hierfür gegeben wird, zunächst auch noch weiter wird thun müssen. Nirgends dazu wird sie so sehr als hier daran erinnert, daß es ihr allein durch die Ueberlegenheit des in ihr waltenden christlichen Geistes gelingen kann; denn in allen weltlichen und politischen Beziehungen sind ihre Nebenbuhler daselbst ihr überlegen. Der Zufall aber hat sie freilich nicht hierher geführt, sondern der Wille Gottes. Und so sind wir auch dessen gewiß, daß, wie sich immerhin zunächst die Verhältnisse gestalten, oder wie viele Verwirrung im Orient eintreten, und wie große Unterbrechungen das evangelische Werk daselbst erleiden, oder wie ernste Proben es bestehen möge, dennoch die Zeit kommen werde, wo der jetzt und weiterhin im Glauben gesäete Same aufgehn wird. Jedesfalls kann dem Orient nur das lebendige Evangelium helfen; 4