Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Christen, jo besitzt sie jetzt in allen Hanptorten des Landes Kirchen, Schulen und Gemeinden. Mit der Errichtung von (bisher im heiligen Lande nicht bestehenden) höheren Schulen wollen jetzt die Katholiken vorgehn, und dieser Zweig des Unterrichts droht in ihre Hände zu fallen. Mit größter Umsicht und Energie leitet der katholische Patriarch in Jerusalem seinen Sprengel und ist hierbei von einem Klerus voller Hingebung unterstützt. Im heil. Lande wenigstens würde die Griechische Kirche, wenn nicht die politischen Verhältnisse ihr zu Statten kämen, durch die Römische allmählich geistig überwunden werden; denn ihre Neubclebung von Innen heraus steht kaum in Aussicht. Ungemein schwierig ist bei dieser Lage der Dinge die Stellung der Evangelischen Mission im Orient, die zunächst weder irgend welche politische Unterstützung findet, noch des Vortheils, wie die Römische Kirche, sich erfreut, in einheitlicher Geschlossenheit ihr Werk zu betreiben. Was sie also erreicht, verdankt sie nur ihrer geistigen Kraft. Die türkische Obrigkeit ist ihr nicht günstig, da sie von den Evangelischen keine Geschenke erhält, mittelst deren alle die andern Religionsgemeinschaften ihre Absichten und Zwecke zu erreichen sich nicht scheuen. Im steten Kampfe mit den mnhammedanischen Machthabern rückt hier die Evangelische Kirche vorwärts und sieht sich immer von Neuem allerlei Unbillen ausgesetzt. Dazu kommt nun aber als schlimmstes Hinderniß der geistliche Zustand der eingeborenen Bevölkerung, der es gar zu sehr an dem Sinne für unsichtbare, geistliche Güter fehlt; so daß nicht eher, als bis in diesem wichtigsten Punkte eine Aenderung eintritt, ein größeres Resultat zu erwarten steht, und bei der Unbeständigkeit und Unzuverlässigkeit des arabischen Charakters vielmehr auch noch ferner viele schmerzlichen Erfahrungen und Enttäuschungen vorauszusetzen sind. Immerhin jedoch ist innerhalb der etwa 50 Jahre der evangelischen Missionswirksamkeit im Orient daselbst so Manches geschehen; und vergleicht man das Heute mit dem Ehemals, so wird nicht geläugnet werden können, daß sich die Evangelische Kirche bereits in gewissem Maße als ein bedeutungsvoller Faktor für das Leben des Türkischen Asiens erwiesen hat. Wir weisen in dieser Beziehung besonders auf zwei Punkte hin: auf die Evangelischen Schulen und auf die Arbeit der Amerikaner. Der eingeborene