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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 3-4 (1881) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
3-4 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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43 sondern z. B. auch Palästina. Wo sich irgend die Gegenwart und der Einfluß der fremden Mächte lebhafter geltend machen, da wird cs den Osmanen unheimlich zu Muthe, und deshalb sehen wir sie solche Gegenden verlassen. In Jerusalem nimmt die Zahl der Muhammedaner fortdauernd ab, die Moscheen der Stadt zerfallen sichtlich; tüchtige Schulen derselben fehlen hier gänzlich, ebenso wie auch Anstalten der Barmherzigkeit für Elende. Den bitteren Groll des Herzens läßt man an den einheimischen Christen aus, wo und wie man cs irgend kann; man tritt sie besonders da, wo der Arm der Europäer nicht hinrcicht, wie in Armenien, mit Füßen; und der noch in keiner Weise gebrochene Fanatismus wird auch gewiß, ehe die letzte Entscheidung geschieht, zu entsetzlichen Blutbädern unter den gehaßten und verachteten Ungläubigen, die man so lange ungestraft geknechtet hat, führen — aber an dem Niedergange des Islam im Orient ändert das alles nichts. Die Stelle der Muhammedaner nun nehmen in den verschiedenen Gebieten Verschiedene ein. Im Allgemeinen ist es die einheimische christliche Bevölkerung, die in demselben Maße, als die Bekenner des Islam zurücktreten, die Erben derselben werden, und ihnen gehört entschieden die Zukunft. In Jerusalem aber beginnen die Juden in den Vordergrund zu treten. Am Anfänge des Jahrhunderts hatten nur einige hundert derselben die Erlaubniß, in der heiligen Stadt zu wohnen, jetzt dagegen zählt Jerusalem zwischen 12- und 15,000 Juden, ein großer Theil derselben ist aus Rußland eingewandert. Auch wohnen sie heute durchaus nicht mehr allein in dem engen, schmutzigen Judenviertel, sondern besitzen jetzt viele geräumige Häuser vor den Thoren. Lic. Reinicke, der Pastor der deutsch-evangelischen Gemeinde in Jerusalem, fügt hinzu: „Früher bildeten sie ein kaum in Betracht kommendes Element der Bevölkerung, jetzt sind sie (es zeigt sich das besonders auf dem Gebiet des Geldmarktes) in mehr als einer Beziehung der Ton angebende Faktor geworden; das aber freilich zum Unsegen unserer Verhältnisse. Bebauung des Landes und Ernährung durch redliche Arbeit sucht nur ein verschwindender Bruchtheil der Juden. Sic geben sich entweder nur ab mit dem Jagen nach irdischen Gütern oder mit Müßiggang. Letzterer wird begünstigt durch die von Europa reichlich fließenden Almosen." Und nachdem er die religiösen Verhältnisse derselben geschildert hat, fügt er

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