Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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89 ist, die eine Versöhnung eurer Sünden stiften kann? Er ist der Schöpfer aller Dinge. Von Anfang hat cs ihm gefallen, sich selbst darzubringen, damit er ein Sühnopfer für die Sünde der Menschen werde. Er ist der eingeborene Sohn des Vaters und eins mit dem Vater. Er hat die menschliche Natur angenommen und wurde uns in Allem gleich, die Sünde allein ausgenommen. Er wurde durch die Kraft des heiligen Geistes im Schooße der Maria empfangen nach der Verheißung bei Jesaia 7, 14: „Siche, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel, Gott mit uns!" Der Prophet erklärt hier, daß obwohl das also geborene Kind einen menschlichen Leib haben werde, doch weder seine Empfängniß noch seine Geburt der Anderer gleich sein würde, da seine Mutter eine reine Jungfrau sein werde und sein Wohnen auf Erden das Wohnungmachen Gottes unter uns. Er war es, der alle Mühsal erlitt und den Zorn Gottes stillte; denn die göttliche Natur kann nicht leiden noch sterben, und Sünden können allein durch Leiden und Tod vcrsühnt werden. Deshalb war cs nöthig, daß er menschliche Natur an sich nähme, damit er leiden und sterben könnte, auf daß sein Tod den Tod überwinden möchte, :wie der Prophet sagt (Hosca 13, 14): „Tod, ich will dir ein Gift, Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein!" Denn obgleich er ein Mensch wurde, war er doch ohne Sünde, und dcßwegen konnte er für die Sünden Anderer leiden. Dies kann kein Sünder, denn der Tod ist die Strafe für die Uebertretung, und wer übertreten hat, ist ihm um seiner selbstwillen verfallen, so daß er durch seine Todesleiden keine Versöhnung für die Sünden Anderer stiften kann. Hesekiel (18, 20) sagt: „Welche Seele sündigt, die soll sterben." Aber da Immanuel litt, überwältigte er den Tod und das Grab auf ewig, so daß sie keine Macht mehr über die Gläubigen haben, die durch den Glauben gerechtfertigt sind und vor Gott als Gerechte gerechnet werden. Darüber lesen wir Jesaia 53, 4—6: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Er ist um unserer Missethat ■ willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden find wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, aber der Herr warf unser Aller Sünde auf ihn."