Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 eine Sühnung sein werden. Doch darauf ist die Antwort, daß die Strafe im Verhältniß zum Verbrechen stehn muß. Sünde nun ist eine Beleidigung gegen einen ewigen Gott, und also muß auch die Strafe derselben eine ewige sein. Da wir also sehn, daß es auf Erden keinen Menschen giebt, er sei ein Jude oder ein Nichtjude, der nicht sündigt, wie es in der Schrift heißt: „Es ist kein Mensch auf Erden, der Gutes thue und nicht sündige. Prediger 7, 21"; „Siehe, unter seinen Knechten ist keiner ohne Tadel und in seinen Boten findet er Thorheit. Hiob 4, 18", und da wir auch wissen, daß Gott ein fressendes Feuer ist: wie kann denn ein armer Sterblicher vor ihm in seinem furchtbaren Grimme stehn, wenn nicht Einer gefunden wird, der um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, so mächtig unsere Sünde tilgen kann, daß ihrer auch in Ewigkeit nimmermehr gedacht werde? Nun muß der, welcher dieses große Werk vollbringen kann, über allen Menschen sein, sintemal alle durch ihn gerettet und in ihm vor der unendlichen Gerechtigkeit des hochgelobten Gottes gerechtfertigt werden sollen. Wer also kann diese Person sein, wenn nicht der, welchen der Prophet Jesaia „den Zweig Davids und Jehovah unsere Gerechtigkeit" nennt? Und wahrlich, Niemand als Gott kann uns rechtfertigen; denn David sagt: „Der Herr schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob Jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesammt untüchtig; da ist Keiner, der Gutes thne, auch nicht Einer. Psalm 14, 2. 3." Und obgleich wir meinen möchten, daß etliche Menschen gerecht seien, so müssen wir doch solche Meinung unserem Mangel an Erkenntniß und rechter Unterscheidung zuschreiben. Wir können die verborgenen Gedanken des Herzens nicht wahrnehmen, dessen Art doch Jeremia mit den Worten beschreibet (17, 9. 10): „Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding: wer kann es ergründen? Ich, der Herr, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem Jeden nach seinem Thun, nach den Früchten seiner Werke." Diese Schriftworte lehren uns nach einem Anderen um unserer Rechtfertigung willen ansschauen und nicht auf uns und unsere guten Werke blicken. Es geziemt euch deshalb, theure Brüder aus dem Hause Israel, eure Augen zu öffnen und zu überlegen, wer die Person