Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 1-2 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 gegen euch als Wüste bewiesen, so wird es dann das eigene Land Kanaan in noch höherem Grade thun. So Viele von eurem Volk werden daselbst hinweggerasft, daß nur ein Rest als Jsraelsgcmeinde übrig bleibt. Sacharja sagt euch hier dasselbe, was Jesaias und andere Propheten vor ihm verkündigt haben. Der HErr, euer Gott, das haben seine Knechte im Voraus bezeugt, hat auch durch die Zerstreuung und Verbannung unter die Völker die große Masse eures Volks nicht zur Erkenntniß zu führen vermocht. So wählt er nun sein letztes Mittel: Er gicbt Israel, ebenso wie nach der ersten Verbannung in Babylon, sein eigenes Land noch einmal zurück, aber um es daselbst zunächst in den heißesten Ofen des Elends zu bringen, und um hier die rechte eigentliche Schmelzarbeit an ihm zu thun. Da wird alles Rühmen und alles falsche Preisen des neuen Glückes, welches die Propheten und Prediger ihres eigenen Geistes vor euch erheben werden, ein gar jähes Ende nehmen. Wenn der Zorn Gottes entbrennt, wenn er euer Volk, das trotz des Widerstrebens gegen die Stimme seines Gottes zum höchsten nationalen Triumph gelangt zu sein scheint, nunmehr in ein, durch menschliche Mittel unabwendbares Verderben hinabstürzt, und wenn Tausende über Tausende, wenn die große Mehrheit des Israel, welches dann in Kanaan wohnt, vor den Augen Aller dahingerafft wird, dann wird der HErr noch einmal zur Rettung erscheinen, und dann werden die, welche übrig geblieben sind, sich von Herzen bekehren. Durch Retten und Vergeben wird der HErr Israels Augen aufthun; aber allerdings ist seine Gnade nichts als Gnade und vollkommenster Widerspruch selbst gegen jede Würdigkeit. Nur in sich selbst findet der Heilige und Barmherzige den Grund zu solchem Thun und in nichts Anderem. Das bezeugt er durch Hesekiel: 16, 60: „Ich will gedenken an meinen Bund, den ich mit dir gemacht habe zur Zeit deiner Jugend." 32, 22: „Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht der Herr, Herr: Ich thue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel; sondern um meines heiligen Namens willen, welchen ihr entheiligt habt unter den Völkern, zu welchen ihr gekommen seid." (20,44.) Aber diese Gnade wird dann auch von euch als Gnade erkannt werden, und darin wird sich eure wahre Bekehrung kund thun.