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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 1-2 (1881) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
1-2 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 zur Rache sich erhebenden Mengen aus den Völkern Gott selbst, „Gottes starke Hand", „Gottes ausgestreckten Arm" und „Gottes ausgeschütteten Grimm" erkennen. Mochten es noch so oft gar unheilige Ruthen gewesen sein, die euch schlugen und die sich im wilden Fleischeszorn gegen euch wandten; dennoch war cs Gott, der sie zu seinem Werkzeuge wider euch erwählt hatte; und nicht die unheilige Flamme der menschlichen Leidenschaften allein verzehrte euch, sondern das Feuer des „ansgeschütteten Zornes Gottes". Wohl hat euch euer Leben unter den Völkern zu Zeiten auch recht befriedigt, und zu wiederholten Malen glaubtet ihr deßhalb sogar, daß die messianische Zeit nahe sei. Noch heute preist ihr das Glück, welches eure Brüder Jahrhunderte lang in Spanien genossen haben, und stellt diese Jahrhunderte den besten Zeiten, die euer Volk in der eigenen Heimath erlebt hat, zur Seite. Aber noch nie und nirgends in dem ganzen Zeitranm eurer Zerstreuung hat euer Glück Bestand gehabt, und nie oder nirgends seid ihr zu jener Sicherheit gelangt, die ihr doch von Herzen begehrt. Ihr habt euch eben täuschen lassen. Eure Schrift, die das Leben Israels außerhalb des Landes der Verheißung als ein Leben unter Gottes ausgeschüttetem Grimm darstcllt, sagt nicht, daß ihr in der Fremde einzig und allein nur Tage der äußeren Noth und Bedrängniß erleiden sollt. Hesekiel, der die Zeit eurer Verbannung durchaus als eine Gerichtszeit schildert, hat es vielmehr sogar im Geiste erblicken dürfen (K. 37), daß sich die zerstreut auf dem weiten Felde der Völkerwelt liegenden Gebeine eures Volkes zuletzt wieder mit Fleisch und Adern und Sehnen und Haut überziehn. Und eben diese Zeit hat gegenwärtig ganz sichtbar bereits begonnen. Fürwahr, euer Volk gleicht seit den Tagen Mendclsohns einem sich aus dem Staube und Grabe erhebenden Todten, und mächtiges, schwellendes Leben tritt aller Welt an dem Israel entgegen, das man vordem dürren Gebeinen gleich hin und her zerstreut sah. Ihr werdet wieder eine Einheit voll Lebenszuversicht und voll Lebenskraft und werdet es nicht blos hier oder da, sondern offenbar auf dem ganzen weiten Erdenrund. Der Prophet Hesekiel hat von eurem zerstreuten Volke solches vorausgesagt, und er ist darin nicht Lügen gestraft worden. Mochten gleich fast zwei Jahrtausende darüber vergehn, bis diese seine Weissagung erfüllt wurde, so wird dieselbe doch gerade durch unsere

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