Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 11-12 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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IS« Willen lebt, haben diese nun den Beruf, vor Israel ein Leben zu führen, dessen Inhalt die Offenbarung sein soll, und so dieselbe auch dieses Volk zu lehren. Die Juden haben sich freilich während ihres Wohnens in der Christenheit noch nicht zur Erkenntniß führen lassen/ -sondern im Gegentheil immer mehr dazu gethan, auch den Völkern ihr Heiligstes zu rauben. Aber die christlichen Nationen haben ebenso viel zu wenig ihren heiligen Beruf an Israel erfüllt, oft wielmehr an demselben auf's Schlimmste gesündigt, und es in seiner Sünde noch weiter getrieben. In demselben Maße aber, als der Geist Christi aus ihnen weicht, gewinnt der jüdische Geist, Und besonders bei dem deutschen Volk, Macht und Einfluß. Eine Schranke sollte also wohl zwischen den Juden der Zerstreuung und den christlichen Nationen bestehen, da jene ersteren ja nicht im Stande waren, die religiöse Aufgabe der letzteren zu erfüllen; aber diese Schranke wird überall niedergerissen werden, wo der Geist der Völker nicht mehr der christliche ist und sein will. Eine rechte Vereinigung beider Theile dagegen ist nur auf dem Wege der gemeinsamen Buße und des gemeinsamen Glaubens möglich, Judenemancipation im neueren Sinne dagegen nur ein Mittel, über beide ein beschleunigtes Gericht herbeizuführen. Den Treuen im Lande fällt die Aufgabe zu, solche Erkenntniß im Volke zu wecken, und Hülse wird nur dann erscheinen, wenn sie in den Nationen erwächst. 3. Im deutschen Audenfrage. G. Brake. Gotha, F. A. Perthes. 1880. S. 100. Mk. 1,80. Eine bedeutsame Schrift, bei der nur zu bedauern ist, daß sie die künftige Stellung eines bekehrten Israel nach der Schrift nicht erkannt hat. Ihr Gedankengang ist in Kurzem folgender: Ein Volk ist ein geschlossener, natürlich sittlicher Organismus, dem daher auch die bewegende Seele, die Religion, nicht fehlen darf; nicht aber ist eine Nation, wie der jüdische Professor Lazarus will, eine Menge von Menschen, die sich für ein Volk ansehen, sonst würde sich jede Diebsbande der Menschheit als neue Nation präsentiren können. Der Fremde also, welcher zu einem Volke gehören will, muß geistig und leiblich mit demselben verwachsen. Ein derartiges Zusammenwachsen verschiedener Elemente mit seinem Organismus hat ja auch beim deutschen Volke wiederholt stattgefunden. An-