Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 11-12 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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195 sagt er, und damit bestätigt er unsere eigene Erfahrung, daß sie in keiner Weise wirklich die Erbauung fördert, sondern von den Zuhörern wesentlich als eine Zeitverkürzung oder als ein Amüsement angesehen wird. Merkwürdig, wie durch solche Bekenntnisse die Zeugnisse Christi über die Gebete und Predigten der Synagoge bestätigt werden, und so ans Schritt und Tritt es an den Tag kommt, daß die Juden ihm gegenüber Unrecht gehabt haben. Aber zugleich auch zeigt es sich, wie wenig die Welt in geistlichen und göttlichen Dingen von der Synagoge lernen kann, da ihr Höchstes und Erhabenstes, ihr Gottesdienst, an so tiefen Schäden leidet. 2. Die Illdenfrage. G. A. Schüler. Marburg, Elwert. 1880. 2. Auflage. S. 87. Mk. 1. Ein sehr ernstes Zeugniß, das zu Herzen führen will, wie die Judenfrage in gleicher Weise Christen und Juden zur Einkehr mahnt. Hat der Verfasser auch viel zu wenig erkannt, wie das Werk des HErru in seiner Christenheit noch stets mächtig fortgeht, so sind doch seine Mahnungen und Warnungen wohl an der Stelle, und besser ein wenig mehr Furcht als falsche Sicherheit. Die Hauptsache, welche er betont, ist unwiderleglich, nämlich, daß ein Volk nur so lange etwas ist und taugt, als es seine religiöse Aufgabe erfüllt. Das tritt gerade an Israels Geschichte auf's Gewaltigste zu Tage. Und daraus folgert der Verfasser ganz richtig, daß gesunde Mitarbeit an einem Volks- und Staatsleben nur durch die mitgeschehen kann, welche auch an seiner religiösen Aufgabe treulich Mitwirken wollen und können. Die Juden, welche nicht den Beruf, der Offenbarung Gottes zu dienen, erfüllen, haben das Bürgerrecht in dem Reiche Gottes verwirkt, und ihre Abstammung hat für sie keinen Werth, sondern gereicht ihnen nur zu doppelter Verdammniß; aber dasselbe gilt auch für die christlichen Nationen und für deren einzelne Angehörige, welche ihrem Berufe untreu werden, das Reich Christi in ihrer Mitte zu erbauen. Selbstverherrlichung ist auf beiden Seiten die gleiche Sünde. Israel hat zuerst das Amt gehabt, die Völker durch sein Leben und Zeugniß den geoffenbarten Willen Gottes zu lehren. Da es das nicht gewollt, muß es dieselben durch sein Beispiel das Gericht Gottes lehren. Aber indem es inmitten der Völker nach Gottes