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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 11-12 (1880) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
11-12 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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188 Uebrigcns waren es durchaus nicht so sehr die einheimischen, sondern Juden aus England und unter britischem Schutze stehende, welche mit dem Konsul gemeinsame Sache gemacht und die Verfolgung in's Leben gerufen hatten; die Einheimischen gaben dann mehr diesen Einflüssen nach. Denn daß zwischen 60 und 90 Knaben und 40 bis 50 Mädchen täglich unter Steinwürfen, Schlägen und sonst vielfältiger übelster Behandlung von den eigenen Eltern zur Schule gebracht wurden, daß die Zahl der christlichen Unterricht verlangenden Juden da die größte war, wo die Verfolgung am höchsten stieg, daß den Missionaren während dieser Schreckenstage von allen Klassen der jüdischen Bevölkerung zahlreiche tröstende Briefe und ermunternde Botschaften zugingen, insbesondere aber der herzliche Empfang, welcher dem in Folge der Fürsprache der Französischen Evangelischen Allianz und des Franz. Kriegsministers Waddington am 24. Dezember aus der Verbannung nach Mogador zurückkehrenden Schullehrer von der gesammten jüdischen wie muhammedanischen Bevölkerung zu Theil wurde, bewiesen es ganz klar, daß im Judenviertel doch wahrhaftig nicht eine allgemeine Feindschaft gegen die Mission herrschte. Die Rabbinen nur und sog. aufgeklärte Juden hatten mit ungläubigen Christen einen Bund gegen das Evangelium vom Kreuze geschlossen. Auch der Kolporteur ist jetzt unter franz. Schutze zurückgekehrt. Mitten in der Roth der Verfolgung aber scheuten es in der That acht Juden nicht, öffentlich sich zu Christo zu bekennen und die Aufnahme in die christliche Kirche durch die Taufe zu begehren. Am 31. August, dem Sonntage vor der Abreise des Miss. Ginsburg, empfingen sie das Sakrament. Und das Evangelium ist gerade in dieser Zeit bis in die untersten Schichten der jüdischen Bevölkerung hineingedrungen, ist besprochen und ist nach seinem Inhalte Tausenden bekannt geworden. Ein Pharisäer der alten Schule erbat sich, als sein Sohn am Typhus erkrankte, ein Gebet für denselben in der Kirche, und die Missionare haben es unter den größten Gefahren an sich selbst am deutlichsten erfahren, daß Christus lebt und er auch das zagende Herz stark zu machen vermag. Mit desto größerer Freudigkeit und desto höherem Muthe haben sie daher die Arbeit neu ausgenommen. Leichter ging dieselbe in Tunis von Statten, wo Prediger Frankel an der Spitze der Mission steht. Recht erfreulich war

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