Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 11-12 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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187 Einspruch erhoben wurde, beleidigte man den Lehrer und alle, die bei ihm waren, auf's Gröblichste, griff sie an und verwundete einen derselben durch Steinwürfe. Anstatt sich nun jedoch zu schämen oder eine wohlverdiente Strafe zu empfangen, klagten die Juden den Missionar noch bei dem Sultan, dem Gouverneur und den verschiedenen Konsuln des Friedensbruches und des Angriffs an. Das war etlichen Konsuln ganz angenehm, und ohne Untersuchung wurden nun am 21. Juli der Lehrer und der Kolporteur, Zerbib und Miskowitch, gefangen gesetzt, um nach fünf Tagen aus dem Lande verbannt zu werden. Da trotzdem das Missionswerk fortging, wurde Prediger Ginsburg am 17. August benachrichtigt, daß er als geborener Russe keinen Anspruch auf britischen Schutz habe, und alsbald wurde ihm auch derselbe amtlich entzogen. Man hatte aber in diesem Falle, wie in allen früheren, ohne irgend welche Untersuchung vorher anzustellen, gehandelt. Von nun an war der Missionar der Willkühr der Ortsbehörden ganz preisgegeben; und da er wohl wußte, was das zu bedeuten habe, wandte er sich jetzt an den Spanischen Konsul mit der Bitte um seinen Schutz, den auch Senor Rivadeneyra freundlichst gewährte. Aber nach dem konsularischen Gebrauch konnte er nur die Person des Missionars und nicht auch die britische Mission unter den Schutz seiner Flagge stellen. Deshalb wurde das Mizpeh alsbald von eingeborenen Soldaten umgeben, die dasselbe bewachen und womöglich den Missionar, ebenso aber jeden Eingeborenen, der die Missionsgehöfte besuchen oder verlassen würde, festnehmen sollten. Etwa 80 Kinder, Erwachsene und Missionsdiener wurden so gefangen gesetzt, und Pr. Ginsburg am7.Sept. aufgefordert, Mogador zu verlassen, um vor einem Eingeborenengerichte in Tanger zu erscheinen, in dessen Händen er dann verloren gewesen wäre. Der Missionar hielt es unter diesen Umständen natürlich für angezeigt, nicht nach Tanger, sondern nach England zu gehn und der Gesellschaft die ganze Sachlage vorzutragen. Die Kommittee sandte denn auch nach Anhörung des Pr. Ginsburg eine Untersuchungskommission und einen britischen Unterthanen, Pr. Shepherd, als Missionar nach Mogador. Die Ankunft derselben war natürlich für die Proselyten und Missionsfreunde unter den Juden, ebenso wie für Frau Ginsburg, die zurückgeblieben war, ein großer Trost.