Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 11-12 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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186 und befiel etliche seiner Mitglieder, riß insbesondere aber den erst 29 jährigen eingeborenen, überaus trefflichen Missionar Salomon Darmon in's Grab hinab. Der Eindruck, welchen die Mission auf viele Juden hervorbrachte und der zu zahlreichen Taufen führte, erregte jedoch etliche derselben fast noch mehr als die Hungersnoth und die Seuche, und sie boten daher Alles auf, um sich der unbequemen Gäste zu entledigen. Zuletzt gelang es ihnen, auch etliche irreligiöse Konsuln, die ihren Christennamen schändeten, auf ihre Seite zu ziehen, und so wurde denn von einem Konsul in Gegenwart eines anderen der Missionar Job Dahan in den Kerker geworfen. Die anderen Missionare erhielten Befehl, Mogador zu verlassen, ihre Maulesel aber und andere Gegenstände wurden ihnen weggenommen, und auch aus alle Klagen ihnen nichts zurückgegeben; Gewalt ging eben vor Recht. Da der vorstehende Missionar Ginsburg kein geborener Engländer war, wiewohl er lange in England gelebt und nun schon 30 Jahre hindurch britischen Schutz genossen hatte, konnte auch von London aus gegen das Verfahren des böswilligen britischen Konsuls nicht eingeschritten werden; formell war demselben nichts anzuhaben. Die Sache aber nahm folgenden Verlauf. Am 4. Februar 1879 wurde der hebräische Lehrer an der Missionsschule von den Juden exkommunizirt, beraubt und aus seinem Hause auf die Straße geworfen. Denselben Tag ergriff man einen ehrenwerthen Proselyten, schlug ihn und warf ihn in's Gefängniß. Da die Missionare hülfloö waren, ging man weiter, und am 23. Mai schloß die Ortsobrigkeit die Thore des Mellach (Judenviertels), um die Kinder am Besuch der Missionsschule zu verhindern. Diese kletterten jedoch über Häuser und Mauern und wollten die ihnen lieb gewordene Stätte nicht lassen; zum Lohn dafür wurden diejenigen, die man unterwegs aufgriff, in Eisen gethan, eingekerkert und grausam geschlagen. Eltern, welche ihren Kindern den Besuch der Schule gestatteten, erfuhren die gleiche Behandlung; die Schuldienerin, eine 70jährige Jüdin, wurde gleichfalls ergriffen, mißhandelt und in's Gefängniß geworfen. Alles dies verhinderte jedoch nicht zahlreiche Juden, das Missionsquartier aufzusuchen. Da wurde, nach vorher getroffener Abrede, am 11. Juli ein gemeinsamer Angriff aus Erwachsene und Schulkinder, welche das Missionsgehöft besuchten, gemacht. Als aber, zum ersten Male, gegen ein so schändliches Verfahren