Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 11-12 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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170 134 Erwachsene getauft, während das Taufregister der Missions. Kapelle die Namen von fast 700 erwachsenen Juden seit 1860 enthält. Von Besuchern der täglichen Bibelstundcn, welche die Londoner Mission veranstaltet, sind allein innerhalb einer Zeit von wenig mehr als einem Jahre 22 Christen geworden; und weitaus der größte Theil der überhaupt in England übertretenden Juden hat seine ersten Anregungen, nach dem eigene» Bekcnntniß derselben, den Missionaren zu danken. Von besonderem Einfluß hat sich die Heimath für Wanderer erwiesen. Ein angesehener Proselyt, der jüngst auf dem Kontinent eine Reise machte, hat sowohl unter den bekehrten als unter den religiös angeregten Juden auf dem Festlande ganze Reihen gefunden, die einmal durch dieses Haus gegangen sind. Nur ein Beispiel davon, daß die Predigt des Evangeliums an die Juden nicht vergeblich geschieht, sei noch aus den Erfahrungen der Missionare in England erzählt. Ein Christ heirathet eine Jüdin. Der Ehemann derselben, durch den Missionar in seinem Gewissen erweckt, sucht sie später zu Christo zu führen, und der Missionar unterstützt ihn hierbei auf's Treuste. Man liest ihr das Neue Testament und Schriften vor, aber Alles scheinbar vergeblich. Da wird die Jüdin krank und kommt in ein Krankenhaus zu London. Ihr Mann und der Missionar besuchen sie hier fleißig und lesen ihr auch dort aus der Schrift vor. Da unterbricht sie eines Tages ihren Mann und sagt zu ihm: „Hole mir sogleich den Kaplan!" Derselbe kommt sofort; etliche Tage zuvor hatte er zu der Jüdin von der Liebe Jesu auch zu den Töchtern Jerusalems geredet, und als er sie dann frug, ob sie nicht auch an Jesum als ihren Messias und Heiland glaube, hatte sie geantwortet: „Gewiß, ich glaube!" Sic wurde getauft und starb kurz darauf. Gehen wir dann auf das europäische Festland über, so treffen wir zunächst die Mission in: 2. Kolland. Auch Holland beginnt von der antijüdischen Bewegung ergriffen zu werden, aber hier nicht minder als in Deutschland wird damit zugleich die Aufmerksamkeit weiterer christlicher Kreise auf die Juden gelenkt, so daß in der That das geistliche Interesse für dieselben zunimmt; kaum ein religiöses Blatt geht jetzt bei ihnen mehr mit Stillschweigen vorüber.