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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 11-12 (1880) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
11-12 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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169 Sunderland, Sheffield, Newcastle, Glasgow, Liverpool und Hüll gehalten wurden, waren nicht blos von Christen, sondern auch von Juden zahlreich besucht, die sich bei dieser Gelegenheit durchaus würdig verhielten. Der Bischof und der Dekan in Edinburgh erließen sogar eine Einladung an die Juden, an dem Missions- Gottesdienst sich zu betheiligen, und in der dichtgefüllten Kathedrale waren die Juden wohl vertreten. Der Primas von Schottland öffnete darauf auch dem Missionar seine Kathedrale. In London selbst wurde das Werk ganz systematisch betrieben, indem für jeden einzelnen Tag besondere Thätigkeiten festgesetzt wurden, und dies hat den Erfolg gehabt, daß die Zahl der um Belehrung bittenden Juden um das Dreifache stieg. Aber auch die Landesgeistlichkeit fühlte sich getrieben, der Missionsgesellschaft näher zu treten und ihr Werk selbstthätig zu unterstützen. So berieth eine Versammlung von Londoner Geistlichen unter dem Vorsitze des Bischofs von London über die beste Art und Weise, wie die Geistlichkeit die Judenmission fördern könne; und die Londoner Gesellschaft unterstützte diejenigen Geistlichen, welche es unternahmen, den Juden ihrer Kirchsprengel mit dem Evangelium näher zu treten. Die auffällige Thatsache aber, daß trotz der religiösen Gleichgültigkeit der großen Masse der Juden und trotz der Feindseligkeit gegen das Christenthum unter vielen derselben nun doch so große Schaaren von ihnen sich zum Anhören des christlichen Zeugnisses bereit zeigten, beweist es deutlich, wie wenig innere Befriedigung ihnen ihr eigener religiöser Zustand gewährt. Ja, gerade die feindlichen Angriffe jüdischer Blätter haben vielen ihrer Leser Anlaß zum Besuch solcher Gottesdienste gegeben. Die Synagoge bietet ihnen einmal nichts mehr, nachdem ihnen das alte talmudische System in seiner Unhaltbarkeit offenbar geworden ist; und die bloße Stammesvergötterung ersetzt auch auf die Dauer nicht die tieferen Bedürfnisse des für Gott geschaffenen Herzens. Die Zahl der Bekehrungen nimmt deshalb auch nicht ab, weder unter den britischen noch unter den vom Auslande eingewanderten Juden; und aus allen Gesellschaftsklassen geschehen die Uebertritte, die heute, wo bürgerlich mit denselben nichts zu gewinnen ist, auch gerade vom religiösen Gesichtspunkt aus viel häufiger Anerkennung verdienen. Prediger Stern allein hat in den letzten acht Jahren 12*

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