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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 9-10 (1880) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
9-10 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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165 Rost muß ferner, wie ebenso auch Bergl, einräumen, daß die zerstreuten Juden ehemals mit besonderer Vorliebe Sklavenhandel trieben. Aber erst diesem freiprotestantischen Pfarrer ist es Vorbehalten geblieben, sich dagegen zu ereifern, daß die christliche Kirche gegen dieses schmachvolle Treiben ihre Stimme erhob. Weiter will Rost die Juden auch dafür rechtfertigen, „daß sie auch gegenwärtig meist diejenigen Berufsarten, die mit Schacher und Geldleihen Zusammenhängen, treiben". Er schreibt: „Sie haben eben in den wenigen Jahren der Freiheit bis jetzt nicht ihre frühere allseitige Thätigkeit wieder aufgenommen." Aber abgesehen davon, daß die ganze nachchristliche Zeit der Juden ein eigenthümliches Licht auf diese sogen, allseitige Thätigkeit fallen läßt, muß selbst Rost eingestehen, daß die Betheiligung der Juden an der allgemeinen und besonders der einfachen, produktiven Arbeit seit ihrer Emancipation allmählig statt Fortschritte nur Rückschritte gemacht habe. Laut den nach 1861 in Preußen leider eingegangenen Judentabellen trieben 1849 in der Monarchie noch 12944 der preußischen Juden Industrie und Landwirthschaft. In den 12 Jahren bis 1861 hatte sodann die allgemeine Zahl der Juden im Königreich bedeutend zugenommen. Nichts desto weniger finden wir 1861 nur noch 12 416 derselben in beiden Berufsthätigkeiten. Während aber 1849 27 366 Juden vom Handel leben, ist hier ihre Zahl 1861 auf 38 683 angcwachsen, also um einige und 40% gestiegen. Mit dieser Flucht vor der einfachen und erzeugenden Arbeit wie mit diesem Drängen zum Handel hält unter den Juden nur das Trachten nach höheren Lebensstellungen gleiche» Schritt. Uebertrüge sich derselbe Sinn auch auf die andere Bevölkerung, so würde das Bestehn eines jeden Volkes einfach unmöglich sein; die Menschen hätten dann nicht das tägliche Brot zu essen. Und ein derartiges Bildungstreiben lobt noch ein freiprotestantischer Geistlicher! Die Sache steht vielmehr so, und gerade über den vergeblichen Beschönigungs- oder Vertheidigungsversuchen wird es noch klarer: Mit der Verwerfung Christi haben die Juden auch in steigendem Maße den Sinn für den Adel der producirenden Ar-

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